Reisen Ärger um Fluglinie belastet Tui

Hannover / dpa 16.05.2017

Der weltgrößte Reisekonzern Tui sieht sich beim Umbau zum Hotel- und Kreuzfahrtkonzern auf Kurs. Das Geschäft mit Hotels und Kreuzfahrten liefere starkes Wachstum, sagte Vorstandschef Fritz Joussen in Hannover. Im Winterhalbjahr bremsten allerdings der späte Ostertermin und der Ärger um Tuifly das Geschäft: Der um Sonderposten bereinigte operative Verlust fiel mit 214 Mio. € um 4 Prozent höher aus als ein Jahr zuvor.

Hintergrund sind massenhafte Krankmeldungen bei der Fluglinie Tuifly, die den Flugbetrieb im Oktober 2016 zeitweise lahmgelegt hatten: Viele Piloten und Flugbegleiter legten die Arbeit nieder, nachdem bekanntgeworden war, dass Tuifly unter Führung der arabischen Fluglinie Etihad mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki in eine Holding integriert werden soll. Reihenweise Flüge fielen aus. Tui musste rund 3000 Reiseverträge kündigen. Die Flugausfälle kosteten den Reisekonzern 24 Mio. €.

Der Umsatz wuchs in der Wintersaison bis Ende März um 3,3 Prozent auf rund 6,4 Mrd. €. Joussen äußerte sich zuversichtlich, den bereinigten operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September um 10 Prozent zu steigern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag dieser bei 1 Mrd. €.

Die Buchungen für den Sommer liegen den Angaben zufolge trotz schwieriger Lage in der Türkei und in Ägypten um 4 Prozent höher als im Vorjahr.

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