Klamotten Abruptes Ende: Naketano hört Ende 2018 auf

Am 31. Dezember dieses Jahres stellt die Modemarke Naketano mit ihren markanten Kapuzenpullovern ihre Produktion ein.
Am 31. Dezember dieses Jahres stellt die Modemarke Naketano mit ihren markanten Kapuzenpullovern ihre Produktion ein. © Foto: Naketano
dpa/ots 03.01.2018
Schock in der Modebranche: Mit einem Schreiben an seine Kunden hat das Essener Label Naketano sein Aus angekündigt.

Schock-Nachricht in der Modebranche: Mit einem Schreiben an seine Kunden im Einzelhandel teilt das Essener Label Naketano mit, den Geschäftsbetrieb einstellen zu wollen. In dem Schreiben, in dem es eigentlich um den Online-Preorder-Shop geht, heißt es zum Schluss: „Wichtige Mitteilung der GL: Die HW18 Kollektion wird unsere Letzte sein. Wir liefern nur noch bis zum 31.12.2018. Der Webshop wird zum Ende des gleichen Tages offline gehen. Firma und Marke werden nicht verkauft - Anfragen dieser Art bleiben unbeantwortet. Es ist Zeit für eine Veränderung.“

Bei Naketano wollte man auch keine Stellung nehmen. Die Geschäftsführer und Gründer Sascha Peljhan und Jozo Lonac, in der Branche ohnehin als äußerst verschwiegen bekannt, seien grundsätzlich telefonisch nicht erreichbar. Wieso sie das Unternehmen einstellen? Was aus den Mitarbeitern wird? Ob sie neue Pläne haben? Diese Fragen werden nicht beantwortet.

Peljhan und Lonac haben das Unternehmen 2005 gegründet. Ihre Kollektionen haben wegen ihrer ungewöhnlichen Produktnamen („Muschiflüsterer“, „Monsterbumserin“) für Schlagzeilen und auch Sexismus-Vorwürfe gesorgt. Die Umsätze der Marke sind stürmisch gewachsen. Zuletzt wurde im Bundesanzeiger für 2015 ein Umsatz von rund 44 Millionen Euro gemeldet, bei einer Umsatzrendite von 17 Prozent. Seit Monaten kursierte in der Branche das Gerücht, Peljhan und Lonac wollten Naketano verkaufen. Aber auch das wollten die beiden Gründer nie kommentieren.

Für den Multilabel-Handel ist Naketano zu einer wichtigen Umsatzsäule geworden. „Naketano ist eine Mega-Cash-Cow. Wir haben mit der Kollektion in der vergangenen Saison ein Umsatzplus von 50 Prozent gemacht. Es wird schwierig, das zu kompensieren“, sagt ein Händler aus Norddeutschland.