Metallindustrie „Konstruktiv weiter arbeiten“

Böblingen / Helmut Schneider 12.01.2018

Im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie ist die dritte Verhandlungsrunde gestern ohne Ergebnis auf den 24. Januar ebenfalls in Böblingen vertagt worden. IG Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger sagte: „Nach wie vor liegen die Arbeitgeber meilenweit von unseren Vorstellungen zum Thema Arbeitszeit entfernt. Allerdings war in der heutigen Verhandlung insbesondere in der Frage der Zeitsouveränität zugunsten der Beschäftigten Bewegung erkennbar, an der sich konstruktiv weiter arbeiten lässt.“

Die Metall-Arbeitgeber äußerten sich „enttäuscht darüber“, dass sich die IG Metall bei den Themen Entgelt und Lohnzuschläge für Teilzeitbeschäftigte „keinen Millimeter bewegt hat“. Immerhin habe die Gewerkschaft beim Thema Arbeitszeit erstmals Bereitschaft signalisiert, „auch über die Volumenfrage mit uns zu sprechen“, sagte Stefan Wolf, Chef von Südwestmetall, im Anschluss der Verhandlung: „Wir sind im Gegenzug auch bereit, über Rahmenbedingungen zu reden für Beschäftigte, die ihre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren wollen.“

Die IG Metall fordert 6 Prozent mehr Lohn und das Recht auf eine befristete Teilzeit – mit Lohnzuschüssen für bestimmte Beschäftigte. Die Arbeitgeber haben bislang 2 Prozent mehr Lohn angeboten und verlangen, dass mehr Beschäftigte als bislang auch länger als 35 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Lohnzuschüsse lehnen sie ab.

Bei den Arbeitszeiten „brauchen wir Öffnungen nach oben“ – dann seien auch Öffnungen nach unten möglich, sagte Wolf im ARD-„Morgenmagazin“. Wenn die IG Metall bereit sei, über ein Volumen nach oben zu verhandeln, „dann können wir auch darüber sprechen, dass es Menschen in bestimmten Sondersituationen gibt, die dann eben nach unten anpassen können“, sagte Wolf im SWR.

Laut Tarifvertrag dürfen derzeit 13 Prozent der Beschäftigten mehr als 35 Stunden pro Woche arbeiten. Wolf betonte, die meisten Menschen „möchten mehr arbeiten und mehr verdienen“. Das hätten Umfragen der Arbeitgeber, aber auch der IG Metall ergeben. Zitzelsberger sagte, es gebe „keinen Auftrag, der nicht abgearbeitet wird“, etwa durch Sonderschichten.

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