Aufsicht Bafin-Chef Felix Hufeld verteidigt Bank-Gebühren

Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). © Foto: dpa
Frankfurt / Rolf Obertreis 10.05.2017
Finanzaufsicht: Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Felix Hufeld, verteidigt Gebühren und fordert eine Entlastung kleiner Banken.

Kunden von Banken und Sparkassen müssen sich auf weiter steigende Preise einstellen und dies nach Ansicht von Felix Hufeld durchaus zu recht. „Wer Kunde einer gesunden Bank sein will, muss akzeptieren, dass das Institut aufwandsgerechte Preise verlangt und neue Ertragsquellen erschließt, wenn alte versiegen“, sagte der Präsident der Finanzaufsicht Bafin am Dienstag auf der Pressekonferenz. „Das ist das Normalste der Welt.“

Allerdings fordert die Bafin von Banken und Sparkassen Transparenz bei den Preisen. Verbraucher sollten das auch einfordern. Zuletzt hatte es Unmut vor allem deshalb gegeben, weil einzelne Institute auch Gebühren für das Abheben vom eigenen Konto an bankeigenen Geldautomaten verlangt hatten.

Nach Ansicht von Hufeld haben sich Verbraucher bei Banken und Sparkassen zu stark daran gewöhnt, Bankdienstleistungen zum Nulltarif beziehen zu können. „Diese Haltung ist zwar verständlich, aber kurzsichtig“, sagte Hufeld. Die Lage bei einzelnen der kleinen und mittleren 1500 Institute sei wegen des Dauerzinstiefs durchaus ernst.  Je länger die Zinsen so niedrig blieben „desto stärker belastet es die ohnehin schwache Ertragslage der deutschen Banken“.

Fusionen sind in den Augen der Aufseher für die Probleme gerade kleinerer Banken nicht unbedingt die Lösung. „Das ist keine Wunderwaffe“, sagt Hufeld.

Warnung vor Deregulierung

Die Finanzaufsicht warnt zwar davor, bei der Regulierung nachzulassen und die Leine für die Banken wieder länger zu lassen. Aber Hufeld räumt ein, „dass wir ein Maß an Regulierung erreicht haben, das kleinere Banken über Gebühr und mit Blick auf ihr Risikoprofil unnötig belastet“. Dies sollte geändert werden, ohne dass es Abstriche bei der Stabilität geben dürfte. Eigenkapital und Liquidität müssten auch bei kleineren Banken ausreichend vorhanden sein.

Ungeachtet der schwierigen Lage müssen die Geldhäuser aber der seit Mitte 2016 bestehenden Verpflichtung nachkommen, ein Basiskonto anzubieten, etwa für Obdachlose oder Geflüchtete. In 110 Fällen musste die Bafin eingreifen und dies durchsetzen, weil Geldhäuser dem Rechtsanspruch nicht nachkommen wollten. Die Aufseher prüfen auch, ob die Gebühren dafür angemessen sind. Wer das Konto auf Guthabenbasis wenig nutzt, soll auch weniger zahlen.

Dass die Bafin die Augen offenhält, zeigt die Tatsache, dass jetzt erstmals der Vertrieb eines Finanzproduktes verboten wurde. So genannte finanzielle Differenzkontrakte (CFD) dürfen Privatkunden nicht mehr angeboten werden. Das sei ein großer Fortschritt. Hauptgrund für das Verbot ist die Nachschusspflicht, wenn die Wette nicht aufgeht. Das sei schlimmer als bei einem Glückspiel.

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