Und jetzt noch ein Buch. Mit großformatigen farbigen Fotos von Goldbarren, mit Einblicken in die Tresore, in denen das Edelmetall lagert, mit Erläuterungen, wo das „Gold der Deutschen“ herstammt. Nach der Verlagerung von Gold aus den Tresoren der Notenbanken in Paris und New York nach Frankfurt, nach der Veröffentlichung einer detaillierten Liste mit jedem einzelnen Goldbarren will die Bundesbank auch die letzten Zweifler davon überzeugen, dass das Gold bei ihr nicht nur in sicheren Händen ist, sondern bis auf jeden einzelnen Barren tatsächlich in den Tresoren in Frankfurt sowie der Notenbank in London und New York vorhanden ist.

Diesem Ziel dient ihr neues Buch sowie  eine Ausstellung in ihrem Geldmuseum in Frankfurt, bei der ab Mitte April acht der jeweils 12,5 Kilogramm schweren Goldbarren zu sehen sind. „Mit Blick auf die Goldreserven sind wir eine der transparentesten Notenbank weltweit“, sagt Carl Ludwig Thiele, im Vorstand der Bundesbank für Währungsreserven und Zahlungsverkehr zuständig.

„Das Gold der Deutschen“ ist das erste Buch, das die Bundesbank dem Edelmetall widmet. Man wolle den Menschen das Gold so nahebringen, als hielten sie es in ihren Händen, betonte Thiele bei der Vorstellung der Hochglanz-Publikation. So viel Transparenz war nicht immer. Die Bundesbank scheute sie aus Sicherheitsgründen.

Anfang des Jahrzehnts allerdings wurden immer lauter detaillierte Informationen gefordert. Manche Kritiker äußerten sogar Zweifel, ob das deutsche Gold – erwirtschaftet durch die Leistungsbilanz-Überschüsse in den fünfziger und sechziger Jahren – in den Tresoren in Deutschland und im Ausland tatsächlich vorhanden ist. Und dass das Gold womöglich gar nicht echt ist. Viele forderten, die Goldbarren aus den Tresoren jenseits der Grenzen nach Deutschland zu holen.

 Die Bundesbank reagierte. Alle Goldbestände im In- und Ausland wurden überprüft, ein Konzept zur Verlagerung des Goldes aus Paris und New York nach Frankfurt erarbeitet und die Veröffentlichung einer detaillierten Aufstellung beschlossen. Von 2013 bis 2017 wurden gut 670 Tonnen Gold aus Paris und New York nach Frankfurt gebracht. Wie, wird im Buch nicht verraten.

Heute lagern gut 50 Prozent des deutschen Goldes in Frankfurt, im Internet ist eine 2300 Seiten lange Liste einsehbar, in der jeder der rund 270 300 Goldbarren im Detail beschrieben wird. Ende vergangenen Jahres waren es exakt 3374 Tonnen im Gesamtwert von 117 Mrd. €. Es ist nach den USA der weltweit zweitgrößte Goldschatz einer Notenbank.

In dem Buch wird geschildert, wie es zu den deutschen Goldreserven gekommen ist, wie sie ­verwaltet und gelagert werden. Und dass sie über die Jahre deutlich an Wert gewonnen haben.  Zuletzt musste die Bundesbank 1990 mit Beginn der Währungsunion 232 Tonnen der Europäischen Zentralbank (EZB) als Reserve übertragen. Seitdem gibt sie jedes Jahr nur vier bis fünf Tonnen ab – an den Finanzminister in Berlin, der damit Goldmünzen prägen lässt.