Nürnberg/Stuttgart 2011 geringste Arbeitslosenzahl seit 20 Jahren

Nürnberg/Stuttgart / SWP 04.01.2012
Durchschnittlich 7,1 Prozent der Erwerbstätigen waren im vergangenen Jahr in Deutschland arbeitslos - so wenig wie seit 1991 nicht mehr. Im Südwesten rechnet die Bundesagentur mit weiter sinkenden Zahlen.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im vergangenen Jahr in Deutschland trotz der europäischen Schuldenkrise auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen. Durchschnittlich 2,976 Mio. Menschen waren arbeitslos gemeldet, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern mitteilte. Weniger Arbeitslose wurden zuletzt 1991 registriert. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit war deutlich: Im Jahresdurchschnitt gab es 263 000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent.

Auch zum Jahresende zeigte sich der Arbeitsmarkt unverändert robust. Die Zahl der Arbeitslosen stieg zwar durch die einsetzende Winterpause von November auf Dezember um 67 000 auf 2,78 Millionen. Dieser Anstieg fiel aber schwächer aus als in den Vorjahren. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 231 000 Arbeitslose weniger. Die Quote betrug im Dezember 6,6 Prozent.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise sprach von einem "guten Jahr". Die Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sei kräftig gewachsen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei das ganze Jahr über sehr hoch gewesen. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bescheinigte dem deutschen Arbeitsmarkt eine "grundsolide Verfassung".

Der Schwung auf dem baden-württembergischen Arbeitsmarkt hat im Dezember einen kleinen Dämpfer erhalten. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,7 Prozent, also um 0,1 Prozentpunkte über dem Novemberwert. Aber auch hier war der Dezember 2011 immer noch der beste seit 20 Jahren. Vor einem Jahr hatte die Quote bei 4,3 Prozent gelegen. Im Dezember 2011 waren 207 165 Menschen in Baden-Württemberg ohne Arbeit, 1,7 Prozent mehr als im Vormonat.

Auch die Jugendarbeitslosigkeit hat sich leicht erhöht, die Quote ist allerdings mit 2,3 Prozent immer noch die geringste bundesweit. "In Baden-Württemberg haben die jungen Menschen die besten Chancen auf eine Ausbildung und einen Arbeitsplatz", sagte Behördenchefin Eva Strobel in Stuttgart.

Ihre Prognose für das neue Jahr ist weiterhin positiv: Nach einer Arbeitslosenquote von 4 Prozent in 2011 - der bundesweit niedrigsten nach Bayern - werde auch 2012 die Arbeitslosigkeit leicht sinken und die Zahl der Beschäftigten leicht steigen. afp/dpa