Maschinenbau 10 000 neue Arbeitsplätze im Südwesten

Mathias Kammüller, Vorsitzender des VDMA Württemberg.
Mathias Kammüller, Vorsitzender des VDMA Württemberg. © Foto: Marijan Murat/dpa
Stuttgart / Alexander Bögelein 19.07.2018

Dem Maschinenbau, mit 318 000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Südwesten,  geht es blendend – und das bereits das zweite Jahr in Folge. Der Umsatz legte 2017 um mehr als 8 Prozent auf 82,7 Mrd. € zu. Die Exporte stiegen auf 41,3 Mrd. € „Die Geschäfte unserer Branche laufen rund, das laufende Jahr ist absehbar stabil“, sagt der Vorsitzende des Branchenverbandes VDMA, Mathias Kammüller. Die Auftragsbücher sind proppevoll. Die Auftragseingänge legten um 10 Prozent zu. Die Unternehmen haben 10 000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die konjunkturelle Lage und die Stimmung der Betriebe könne kaum besser sein, sagen Kammüller und VDMA-Geschäftsführer Dietrich Birk. In der Konjunkturumfrage beurteilen 77 Prozent der rund 230 antwortenden Firmen die aktuelle Auftragslage als sehr gut oder gut. Nur 5 Prozent sind mit ihrer Auftragslage unzufrieden. Demzufolge erwarten die beiden für dieses Jahr ein Umsatzplus von 6 Prozent. „Die Branche profitiert  in besonderem Maße von den Projekten ihrer Kunden in der ganzen Welt“, sagte Kammüller vor Journalisten in Stuttgart.

Doch dieser Umstand lässt Birk, Chef des Ditzinger Laserspezialisten Trumpf und VDMA-Geschäftsführer,  mit gemischten Gefühlen aufs nächste Jahr blicken: „Die politischen Irritationen nehmen zu.“ Die Unsicherheit, wie es politisch weitergehe, wirke sich mehr und mehr belastend auf die Stabilität in Deutschland aus.

Bei einer Eskalation des Handelskonfliktes würden alle Seiten verlieren. Daher sollten die EU und die USA einen neuen Anlauf für ein neues, schlankeres Freihandelsabkommen nehmen. Nur so lasse ich der Teufelskreis des Protektionismus unterbrechen, betonte Kammüller.

Wichtigster Absatzmarkt der Südwest-Maschinenbauer bleibt das Inland. In den USA, seit 2014 der wichtigste Einzelmarkt im Ausland, legte im niedrigen zweistelligen Bereich zu. In China laufe die Modernisierung der Wirtschaft auf Hochtouren. Dagegen habe sich beispielsweise in Frankreich, dem größten EU-Absatzmarkt, die Nachfrage  abgeschwächt. Für 2019 erwartet Kammüller mit Blick auf die Einschätzungen der Unternehmen nur noch ein Umsatzplus von 2 Prozent.

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