1000 kostbare Euro

Auch Fortbildungen und Fremdsprachenunterricht können angesetzt werden, wenn sie beruflich bedingt sind. Bei Kursen auf den Philippinen schauen die Finanzbeamten allerdings ganz genau hin. Archivfoto
Auch Fortbildungen und Fremdsprachenunterricht können angesetzt werden, wenn sie beruflich bedingt sind. Bei Kursen auf den Philippinen schauen die Finanzbeamten allerdings ganz genau hin. Archivfoto
SANDRA KETTERER, DPA 24.03.2012
Über die Werbungskosten in der Steuererklärung lassen sich allerlei Aufwendungen absetzen. Und in der Regel ist es nicht nötig, alles detailliert aufzulisten. Die Pauschale liegt für 2011 bei exakt 1000 Euro.

Nicht alle Arbeitnehmer sind verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen - allerdings empfiehlt es sich für einen Großteil. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte können einen guten Teil ihrer Ausgaben über die Werbungskosten absetzen, darunter die Fahrt zur Arbeit, Fachliteratur, Berufskleidung und Beiträge an Berufsverbände.

In vielen Fällen müssen sie ihre Ausgaben nicht detailliert darlegen. Der Gesetzgeber hat im vergangenen Jahr im Rahmen des Steuervereinfachungsgesetzes den so genannten Arbeitnehmerpauschbetrag von 920 auf 1000 Euro erhöht. "Laut Gesetz sind Werbungskosten Ausgaben zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen", erklärt Anita Käding, die Leiterin der Abteilung Steuerrecht und Steuerpolitik des Bundes der Steuerzahler in Berlin.

Grundsätzlich gilt es nachzurechnen: Wer die Pauschale von 1000 Euro überschreitet, sollte seine Kosten einzeln ansetzen - muss sie dann aber auch nachweisen.

Am häufigsten fallen die Fahrtkosten für den Weg zur Arbeit an. "Für die Entfernungspauschale zählt in der Regel die kürzeste benutzbare Straßenverbindung oder die verkehrsgünstigere", erklärt Käding. Es zählt nur ein Weg, also nicht Hin- und Rückfahrt. Pro Kilometer darf der Arbeitnehmer 30 Cent berechnen. "Es müssen aber volle Kilometer sein. Wenn ich eine Strecke von 9,5 Kilometern habe, darf ich nur 9 abrechnen. Gebe ich 10 an, wird das als Steuerhinterziehung gewertet." Welches Verkehrsmittel der Steuerzahler nutzt, ist egal. Übrigens gelten auch Kosten nach einem Unfall auf dem Weg zur Arbeit als Werbungskosten.

Zu den vollständig absetzbaren Werbungskosten zählen neben Ausgaben für Berufsverbände auch Bewerbungskosten und Rechnungen für Fachliteratur. "Wichtig ist es, dass auf den Quittungen steht, um was für Bücher es sich handelt", betont Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbandes der Lohnsteuerhilfevereine. Bei Computern, Telefonen und anderen Arbeitsmitteln müssen Steuerzahler rechnen. "Die Voraussetzung dafür, dass ich etwas absetzen kann, ist, dass ich das Arbeitsmittel hauptsächlich beruflich nutze." Allerdings lassen sich nur Arbeitsmittel sofort absetzen, die nicht mehr als 410 Euro netto gekostet haben. "Bei höheren Beträgen muss ich die Kosten über die Nutzungsdauer verteilt absetzen", erklärt der Steuerspezialist. Diese Nutzungsdauer ist unterschiedlich - je nachdem, um was es sich handelt. Die Dauer wird nach Monaten gerechnet. Kauft ein Arbeitnehmer einen Computer etwa im Juli, kann er nur die Kosten für die Hälfte des Jahres berechnen.

Auch ein Umzug darf angesetzt werden, so er beruflich veranlasst ist. "Ohne Arbeitsplatzwechsel wird das regelmäßig anerkannt, wenn sich der Weg zur Arbeit um mindestens eine Stunde verkürzt", erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Lohnsteuerhilfevereine. Als Werbungskosten anerkannt werden die notwendigen Auslagen für den Transport der Möbel und Umzugskisten. Darüber hinaus sind die Ausgaben für die Wohnungssuche, Maklerkosten und auch doppelte Mieten absetzbar.

Bei Fortbildungen können Arbeitnehmer die Seminar- und Prüfungsgebühren sowie die Fahrt- und pauschaliert auch Verpflegungskosten geltend machen, wenn ein objektiver Zusammenhang mit dem Beruf besteht. Gleiches gilt für Fremdsprachenunterricht.

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