Kommentar Helmut Schneider zur Fusion von Karstadt und Kaufhof Mittlere Katastrophe

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Ulm / Helmut Schneider 12.09.2018

Die Geschichte der beiden letzten deutschen Warenhaus-Ketten ist im vergangenen Jahrzehnt von nahezu allen tatsächlichen und vermeintlichen Experten in diese Richtung geschrieben worden: Ein Zusammenschluss beider unter einem Dach wäre sinnvoll, weil das einstmals revolutionäre Konzept „Alles unter einem Dach“ keine zwei Konkurrenten mehr trägt, die sich gegenseitig das schwer genug gewordene Leben noch schwerer machen.

Jetzt, da die Fusion da ist, kann man ihre Sinnhaftigkeit nicht in Frage stellen. Was vorher grundsätzlich richtig war, kann nicht falsch sein, wenn es konkret wird. Die Gewerkschaft warnt vor einem massiven Stellenabbau. Wie hoch er ausfällt, ist noch nicht klar. Sicher ist dagegen, dass er für die Betroffenen schmerzhaft wird. Hoffnung macht ihnen, dass im Einzelhandel Mitarbeiter gesucht sind.

Davon abgesehen ist die jüngere Geschichte von Kaufhof eine mittlere Katastrophe, die mit dem neuen kanadischen Eigentümer HBC vor drei Jahren begann. Kaufhof war damals ein grundsolides Unternehmen – und Karstadt der Kandidat, der für eine sanierende Fusion gehandelt wurde.

In den drei Jahren seither haben die Kanadier das Traditionshaus heruntergewirtschaftet – durch Vernachlässigung und/oder Konzeptionslosigkeit. Deshalb ist es gut, dass sie nur Minderheitspartner sind. 

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