Deutsche Bank Kursziel der Deutschen Bank bei nur acht Euro

Konzernchef Christian Sewing: 279 Milliarden Euro Reserven.
Konzernchef Christian Sewing: 279 Milliarden Euro Reserven. © Foto: Arne Dedert/dpa
Frankfurt / Rolf Obertreis 02.06.2018
Die Abstufung einer Ratingagentur sorgt für Aufregung. Konzernchef Sewing beschwichtigt.

Für die Aktie der Deutschen Bank ist ein Kursplus wie gestern eine Ausnahme in diesen Tagen. Tags zuvor Am Donnerstag war das Papier um mehr als sieben Prozent auf das Rekord-Tief von 9,07 € abgestürzt, nachdem bekannt wurde, dass die US-Notenbank schon vor einem Jahr vor Problemen bei der Deutschen Bank gewarnt hatte. Jetzt schließt eine US-Aufsichtsbehörde noch größere Schwierigkeiten bis hin zum Scheitern nicht aus. Am Freitag stufte dann auch noch die Rating-Agentur S&P die Deutsche Bank ab.

Vorstandschef Cristian Sewing sah sich gestern zu einem Brandbrief an die weltweit 97 000 Beschäftigten gezwungen. Darin bestreitet er, dass die Finanzlage bei den US-Ablegern der Bank kritisch ist. „Finanziell sind unsere US-Töchter sehr solide ausgestattet. Es geht nicht um unsere finanzielle Stabilität, sondern um IT- und Kontrolldefizite, die wir entschlossen beheben.“

Sewing versucht zu relativieren

Die Herabstufung durch S&P versucht Sewing zu relativieren. Die Ratingagentur senkt die Note für die Kreditwürdigkeit der Bank von A- auf BBB+. Damit wird ein Investment in die Deutsche Bank nicht mehr als sichere, sondern nur noch als durchschnittlich gute Anlage eingestuft. Das verteuert die Refinanzierung für die Bank und sorgt für weitere Belastungen. S&P lobt zwar indirekt die geplanten harten Einschnitte, es gebe aber hohe Risiken für die Umsetzung. Die Agentur spricht allerdings auch von guten Bonitäts- und Liquiditätspuffern.

Sewing zufolge verfügte man Ende März über Reserven von 279 Mrd. €. Die Kapitalquote sei höher als bei vielen Wettbewerbern. Dies ist das Ergebnis auch von mehreren Kapitalerhöhungen um zusammen mehr als 30 Mrd. € in den vergangenen Jahren. Der 48jährige Bank-Chef behauptet, die Kredit- und Marktrisiken der Bank seien so gering wie selten.

Analysten bleiben skeptisch. Am Freitag senkte RBC Capital das Kursziel von 12 auf 8 €. Es gebe keinen Grund, die Deutsche Bank-Aktie zu kaufen, so Analystin Anke Reingen.  Mittlerweile sehen mehrere Institute den Kurs der Aktie bei 8 € oder nur wenig mehr. 

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