Fit im Job Selbstoptimierung kann beruflichen Erfolg behindern

Besonders junge Arbeitnehmer setzten sich oft selbst unter Druck. Sie wollen ihre Aufgaben perfekt erledigen. Mehr Erfolg haben jedoch gelassene Menschen. Foto: Lukas Schulze
Besonders junge Arbeitnehmer setzten sich oft selbst unter Druck. Sie wollen ihre Aufgaben perfekt erledigen. Mehr Erfolg haben jedoch gelassene Menschen. Foto: Lukas Schulze © Foto: Lukas Schulze
München / DPA 09.07.2018

Den Traumjob finden, die Aufgabe perfekt erledigen, die richtige Entscheidung treffen: Immer wieder gibt es Situationen im Berufsleben, in denen manche das Maximale herausholen wollen.

„Ich beobachte schon länger, gerade bei jüngeren Menschen, dass sich viele einen unglaublichen Druck machen“, sagt Madeleine Leitner, Diplom-Psychologin und Karriereberaterin aus München. „Das geht bei der Berufswahl los und endet längst nicht beim ständigen Vergleich mit Kollegen.“

Ein Grund dafür sind die vielen Möglichkeiten, die Arbeitnehmern heute oft zur Verfügung stehen. „Viele wollen diese Optionen bestmöglich nutzen“, erklärt die Verhaltenstherapeutin. Das Problem: Vielen ist nicht bewusst, dass sie sich damit ständig selbst unter Druck setzen. „Sie realisieren dies erst, wenn Schlaflosigkeit, Ohrensausen, Versagensängste oder andere typische Stressmerkmale auftauchen und die Gesundheit gefährdet ist.“

Statt sich ständig selbst zu optimieren, empfiehlt Leitner: einfach mal locker lassen. Das gelingt leichter, wenn man sich unrealistische Erwartungen klarmacht - etwa mit Fragen wie: Was passiert, wenn ich diese Aufgabe nicht perfekt erledige? Wäre es wirklich so schlimm? Kann ich eine getroffene Entscheidung nicht auch rückgängig machen?

„Das bewusste Hinterfragen der eigenen Gedanken und Glaubenssätze ist der erste Schritt“, erklärt Leitner. Erst dann kann man eine realistische Haltung zur Situation entwickeln - und vieles entspannter angehen. Und das steigert auch den Erfolg: „Denn unter Druck handeln viele Menschen viel ineffektiver. Oft sind sie dann viel blockierter als gelassene Menschen.“

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