Hitze Ventilator: Die Benutzung kann riskant sein

Der Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur sollte im Büro nicht mehr als sechs Grad betragen.
Der Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur sollte im Büro nicht mehr als sechs Grad betragen. © Foto: dpa
Berlin / DPA/SWP 01.08.2018
Ist bei laufenden Klimaanlagen oder Ventilatoren im Büro der Unterschied zur Außentemperatur zu groß, drohen Erkältungen.

Die Hitzewelle hat Deutschland und den Südwesten fest im Griff: Am Dienstag erwarten Experten den heißesten Tag des Jahres. Wohl dem, der eine Klimaanlage hat – oder einen Ventilator, um sich im Büro ein wenig Abkühlung zu verschaffen. Doch Vorsicht, beide haben ihre Tücken. Experten warnen immer wieder.

Erhöhte Erkältungsgefahr

Ist bei laufenden Klimaanlagen oder Ventilatoren im Büro der Unterschied zur Außentemperatur zu groß, drohen Erkältungen. Daher raten die Experten des TÜV-Verbandes Arbeitnehmern, darauf zu achten, dass der Unterschied nicht mehr als sechs Grad beträgt.

Außerdem zu beachten: „Im Sommer sind viele Menschen erkältet – weil sie permanent in einem leichten Durchzug sitzen. Wenn die Luft auf den Hals trifft, sinkt die Temperatur in der Rachenschleimhaut. Viren, die bereits in den Körper eingedrungen sind, haben dann bessere Lebensbedingungen.

Deshalb kann eine Erkältung ausbrechen“, sagte Angela Schuh, Professorin für medizinische Klimatologie am Lehrstuhl Public Health und Versorgungsforschung an der Ludwig-Maximilians Universität München dem Nachrichtenportal Spiegel Online.

Demnach sollte man den Ventilator nicht auf sich richten oder ihn gegebenenfalls abschalten. Wie auch in klimatisierten Zügen oder Flugzeugen können Schals und lange Bekleidung Abhilfe schaffen.

Aufgepasst bei Ventilatoren

Auch bei dem von Ventilatoren erzeugten Luftzug gilt es einige Dinge zu beachten: Der Propeller eines Ventilators sorgt für einen angenehmen Luftzug, in dem er die Raumluft am Körper vorbeibläst. Der kalte Luftstrom erleichtert die Wärmeabgabe des Körpers über die Haut. Die Hitze wirkt erträglicher. Das ist solange für die Gesundheit kein Problem, wie die Temperaturen gemäßigt sind.

Steigen die Temperaturen jedoch auf 35 Grad oder höher, wird dieser Mechanismus zum Problem. Das haben britische Forscher einem Bericht des Münchner Merkur zufolge herausgefunden. Der Körper könne durch den Luftstrom dann nämlich nicht mehr abkühlen. Durch die zugeführte warme Luft droht der Körper im Gegenteil sogar zu überhitzen

Arbeitgeber muss Vorkehrungen treffen

Der Arbeitgeber muss grundsätzlich Vorkehrungen treffen, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Bei über 26 Grad im Büro muss er reagieren. Denn Hitze kann die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen und die Unfallgefahr erhöhen, warnen die Experten.

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