Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes erhöhten sich die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,6 Prozent. Im Mai war die Jahresteuerungsrate getrieben vor allem von hohen Energie- und Lebensmittelpreisen noch auf 7,9 Prozent geklettert. Es war der höchste Stand seit fast 50 Jahren. Details zu Entwicklung der Inflation im Juni gibt die Wiesbadener Behörde am Mittwoch (8 Uhr) bekannt.
Die leichte Entspannung führen Ökonomen vor allem auf den zu Monatsbeginn eingeführten Tankrabatt und das 9-Euro-Ticket zurück. Die Bundesregierung versucht, die Menschen unter anderem mit diesen bis September befristeten Maßnahmen zu entlasten. Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, weil sich diese für einen Euro weniger leisten können.
Auf einen nachhaltigen Rückgang der Teuerung können die Menschen nach Einschätzung von Ökonomen vorerst nicht hoffen, auch weil Unternehmen die massiv gestiegenen Materialkosten noch nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben hätten.
Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In den alten Bundesländern gab es ähnlich hohe Werte im Winter 1973/1974. Damals stiegen die Ölpreise infolge der ersten Ölkrise stark.