Kommentar Thomas Veitinger zur Versteigerung von Mobilfunk-Frequenzen Höherer Druck, bitte

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Ulm / Thomas Veitinger 07.11.2018

Was haben BMW, Daimler und Volkswagen gemeinsam? Antwort: Sie wollen Mobilfunker werden. Wenn bald die Frequenzen für die superschnellen Verbindungen (5G) versteigert werden, verlangen die Autobauer eigene kostenlose lokale Frequenzen für ihre Werke.

Das hat Sicherheitsgründe. Vor allem aber dürfte es der Wunsch nach Zuverlässigkeit sein, der Fahrzeughersteller auf das fremde Feld Mobilfunk-Infrastruktur treibt. 5G wird wegen sich selbst steuernder Fabriken und autonomer Autos für die Branche zur Schlüsseltechnologie. Anscheinend trauen BMW & Co. den Anbietern Telekom, Vodafone und Telefónica nicht allzu viel zu. Die Telekom räumte bereits ein, in der Vergangenheit nicht ausreichend auf die Anforderungen der Industrie eingegangen zu sein.

Dabei muss auch die Politik in die Haftung genommen werden. 15 bis 20 Prozent der Bundesfläche sollen nicht mit 5G versorgt werden. Das ist ein Offenbarungseid. Parteien und Politiker betonen stets die Wichtigkeit digitaler Infrastruktur für den Wohlstand des Landes. Und dann kann ein Oligopol aus drei Anbietern solche lückenhafte Mobilfunkversorgung bieten. Wenn Wirtschaftsminister Peter Altmaier die Netzbetreiber notfalls zur Kooperation verpflichten will, sollte er auch größerem politischen Druck auf seine Kollegen ausüben.

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