Kommentar Dieter Keller zu den schlechteren Konjunkturaussichten Handeln statt reden

Korrespondent Dieter Keller
Korrespondent Dieter Keller © Foto: SWP
Berlin / Dieter Keller 08.02.2019

Psychologie ist gerade in der Wirtschaft das halbe Geschäft – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Stimmung in den Unternehmen wird schlechter, zeigt die neue Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Wobei man die Kirche im Dorf lassen muss: Immer noch rechnen deutlich mehr Betriebe in den nächsten zwölf Monaten mit einer Verbesserung ihrer Geschäfte als mit einer Verschlechterung.

Jetzt ist es wichtig, dass sich die Unternehmer nicht in einen selbsttragenden Abschwung hineinsteigern. Wer an Zuversicht verliert, bremst bei den Investitionen, wenn er nicht sicher ist, neue Kapazitäten auszulasten. Ein positives Signal ist immerhin, dass die Firmen weiter Personal aufbauen wollen. Das macht nicht, wer völlige Trübsal bläst.

Jetzt braucht die Wirtschaft positive Signale von der Politik. Da hat DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben Recht. Wenn sich die Koalition nur endlos über Steuersenkungen, Grundrente oder Änderungen bei Hartz IV streitet, aber Union und SPD sich nur gegenseitig blockieren, ist nichts geholfen.

Aber angesichts der Panik, die gerade bei den Sozialdemokraten herrscht, ist kurzfristig nicht mit viel Einigungswillen zu rechnen. Leider. Die Regierungsmitglieder sitzen nicht auf ihren Stühlen, um nur Parteipolitik zu machen, sondern um Kompromisse  zu finden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel