Kommentar Helmut Schneider zur Reform der Eurozone Großer Fortschritt

Redakteur Helmut Schneider. Foto: SWP
Redakteur Helmut Schneider. Foto: SWP © Foto: SWP
Ulm / Helmut Schneider 05.12.2018

Was die Euro-Finanzminister im Grundsatz jetzt beschlossen haben, hört sich sehr technisch an. Es ist aber ein großer Fortschritt – und kann die Menschen in den Euro-Ländern vor schlimmen Turbulenzen wie bei der Finanzkrise vor knapp zehn Jahren besser schützen.

Es wird gerne übersehen, weil es als selbstverständlich gilt: Die Europäische Union und die Gemeinschaftswährung Euro stehen nicht auf ewig festgemauert in der Erden, sondern auf unsicherem Fundament. In einer überdimensionalen Finanzkrise, wie sie immer mal wieder ausbrechen kann, verfügte sie bislang nicht über eigene Instrumente, sie möglichst schonend zu bewältigen. Griechenland, Irland, Portugal, Zypern und Spanien wurden mit Milliarden des Internationalen Währungsfonds (IWF) gestützt.

Jetzt werden die Europäer mit dem ESM einen eigenen Hilfsfonds haben – mit eigenem Geld ausgestattet und mit der Macht, es für eigene Notfälle einzusetzen.

Damit kommt die europäische Einigung einen wichtigen Schritt voran. Das ist ein gutes Signal, weil die Alternative zu der Einigung nur das sein kann, was  Großbritannien gerade leidvoll durchmacht.

Der ESM-Rettungsschirm ist kein Füllhorn, sondern an Auflagen gebunden. Auch das ist gut und ohne Alternative. Italien wird dies noch lernen müssen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel