Börsenparkett Europa spürt die Krisenknute

Frankfurt / Rolf Obertreis 10.09.2018

Der September gilt als schwieriger Börsenmonat. Die erste Woche machte er seinem schlechten Ruf alle Ehre. Der Dax ist von seinem Jahrestief bei 11 787 Punkten am 26. März nicht mehr weit entfernt.

Der Handelskonflikt ist genauso ein  Dauerthema wie der immer wahrscheinlichere harte Brexit. Dazu gehört mittlerweile auch die Lage in Italien mit dem riesigen Schuldenberg und der populistischen Regierung. Der Eurozone drohen neue Probleme. Zuletzt gesellten sich noch die Währungskrisen  in der Türkei, Argentinien, Indonesien oder Südafrika hinzu.

Erstaunt registriert Robert Halver von der Baader Bank, dass die europäischen Aktienmärkte diese „Krisenknute“ besonders zu spüren bekommen. In den USA dagegen zeigen die Kurse weiter nach oben. Steuersenkungen, Deregulierung zehn Jahre nach der Lehman-Pleite und die Erfolge von Apple, Amazon oder Google treiben den Markt. Apple und Amazon sind jeweils fast soviel wert wie alle 30 Dax-Aktien zusammen.

 In Deutschland läuft die Konjunktur gleichwohl gut. Aber es gibt Dämpfer: Deutsche Firmen sammelten zuletzt weniger Aufträge ein. „Aber die Abkühlung ist kein Vorbote einer Rezession“, sagt Chef-Volkswirt Jörg Zeuner. „Die Konjunkturlage ist nach wie vor gesund“. Der Konsum sei stark, die Fabriken ausgelastet, der Bedarf an Investitionen hoch bei weiter niedrigen Zinsen. Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag tagt, ist nichts Neues zu erwarten.

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