„Online“ und zugleich „privat/sicher“ stellt einen Widerspruch dar, wie der Datenklau zu Beginn dieses Jahres einmal mehr deutlich machte. In der „Tagesschau“ wurde vermeldet, dass sich der Grünen-Politiker Habeck von Twitter und Facebook verabschiedet hat und auf der Website „tagesschau.de“ wurde gar erklärt, wie das jeder Bürger ebenfalls tun kann.

Die Deutschen haben sich an solche Pannen bei der Datensicherheit mittlerweile gewöhnt und sind daher vorsichtig: Nach der jüngsten repräsentativen Umfrage des Instituts Infratest dimap vom 7. und 8. Januar 2019 an 1005 wahlberechtigten Deutschen versuchen 60 Prozent, online so wenig persönliche Daten wie möglich anzugeben – auch wenn das unbequemer ist. Nur 3 Prozent halten die Weitergabe persönlicher Daten im Internet für unproblematisch. Wegen Datenmissbrauch machen sich 61 Prozent sehr große oder große Sorgen, gar keine Sorgen machen sich nur 4 Prozent. Gut die Hälfte (53 Prozent) meint, dass sich Chancen und Risiken der Digitalisierung ungefähr die Waage halten.

Die Bürger sind damit deutlich kritischer als Politiker und Medien: Denn diese sprechen nach wie vor fast nur von den „Chancen“ der Digitalisierung. Die Bürger hingegen machen sich um ihre Privatheit Gedanken, ihren Arbeitsplatz, die Zunahme von Anonymität und Aggressivität sowie die Abnahme von Empathie und Hilfsbereitschaft. Machen wir uns nichts vor: Das Internet ist der größte Tummelplatz für Beleidigungen, Abzocke und kriminelle Aktivitäten. Der mit Abstand größte Rotlichtbezirk ist es schon lange (35 Prozent allen Internetverkehrs ist Pornographie). „Pornografie begleitet Kinder heute durch die Pubertät. Der Erstkontakt mit ihr findet im Schnitt zu dem Zeitpunkt statt, wenn Kinder mit Smartphones ausgestattet werden, also in der Regel mit elf Jahren. Im Alter von 14 Jahren haben über neun von zehn Kindern bereits einschlägige Erfahrungen mit Pornografie gemacht“, sagt die Ärztin Dr. Heike Melzer, die erst kürzlich ein Buch über die Gefahren dieser Entwicklung veröffentlich hat, in einem Interview.

Die Risiken und Nebenwirkungen digitaler Informationstechnik bereiten mir große Sorgen. Daher möchte ich an dieser Stelle nun wöchentlich über „digitales Unbehagen“ schreiben.