Geschichte wiederholt sich. Das erkennt man an den Plänen der Bundesnetzagentur für die Versteigerung der 5G-Lizenzen. Anstatt den Telekomkonzernen als Ausgleich für das fette Geschäft mit dem Mobilfunk der Zukunft einen flächendeckenden Ausbau vorzuschreiben, lässt man sie billig davon kommen. Das heißt, dass wir in ein paar Jahren vor denselben Problemen stehen werden, die wir schon heute haben: Funklöcher allerorten und lahmende Internetverbindungen auf dem Land. Denn auch über den Glasfaserausbau sagte man einst: zu teuer.

Während man anderenorts in Europa selbst in der zivilisationsentrückten Wildnis noch guten LTE-Empfang hat, bleibt die Versorgung mit zeitgemäßem Mobilfunknetz hierzulande wohl auch in Zukunft ein Wunschtraum. So planen größere Unternehmen schon heute, ihre 5G-Anbindung selbst zu organisieren, weil man sich nicht auf die zaghaften Pläne der Regierung verlassen möchte. Bewohner ländlicher Regionen haben solche Möglichkeiten nicht.

Ja, es ist teuer. Ein flächendeckender 5G-Ausbau würde Milliarden verschlingen. Aber noch teurer wird es, einen Flickenteppich an Funklöchern zuzulassen.  Dafür ist 5G zu wichtig für alle Zukunftstechnologien, um sich hier abhängen zu lassen. Als größte europäische Volkswirtschaft kann man sich das nicht leisten.

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