Das Autojahr beginnt Mitte Januar mit der Detroit Autoshow. Dort präsentieren die Hersteller Neuheiten, geben einen Ausblick auf das Gesamtjahr und setzen Trends. So war das immer und so wird das immer sein. Pustekuchen! BMW, Mercedes, Audi und Porsche sind in diesem Jahr gar nicht da. Statt der 69 Neuheiten 2018 sind nur noch 30 zu sehen. Die Ausstellung schlingert.

Der Standort Detroit ist damit erneut ein Symbol für die Veränderungen in der Branche geworden. Attraktiver für viele Autobauer ist die kurz zuvor stattfindende Messe CES, die sich eigentlich Computern und dem Internet verschrieben hat.

Zwar verkauften VW, Daimler und BMW 2018 fast 15,8 Mio. Fahrzeuge, so viel wie nie. Doch die Umstellung auf Elektro, autonomes Fahren und Mobilitätsdienste ist teuer. Dazu kommen Kostendruck, geringere Verkäufe in China und Probleme mit dem Abgastestverfahren WLTP. Der Europa-Autoindex, der Herseller und Zulieferer vereint, verlor 2018 gut 28 Prozent.

Die Branchenaussichten sind schlecht. Sollte sich der Handelsstreit zwischen den USA und Europa verschärfen und der weltweit wichtigste Automarkt China weiter schwächeln, dürfte die Tristesse zunehmen.

Durch die Branche weht ein so eisiger Wind wie durch Detroits Straßen. Die sonnigen Zeiten sind vorbei, vielleicht für länger.