Kommentar Felix Lee zur chinesischen Handelspolitik Einsames China

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Peking / Felix Lee 06.11.2018

Seit September sind Trumps Strafzölle auf chinesische Importe in die USA bereits in Kraft. Nun droht der US-Präsident bereits mit dem nächsten Schlag: Strafzölle auf sämtliche Importe aus der Volksrepublik.  Gegenzölle in gleicher Höhe sind nicht möglich. China importiert eben nicht so viel aus den USA wie umgekehrt. Daher kontert die Regierung nun auf ihre Weise: mit einer Importmesse. Sie will damit gesichtswahrend auf Trump zugehen und dem Rest der Welt demonstrieren: China öffnet sehr wohl seine Märkte

Was Peking dabei jedoch völlig verkennt: Trump geht es gar nicht mehr darum, dass China den USA mehr Waren abkauft. Besonders die industriepolitische Offensive „Made in China 2025“, mit der China zu einer Hightech-Nation aufsteigen will, ist dem US-Präsidenten ein Dorn im Auge. Trump sieht darin einen Angriff auf sein Land – den bisherigen Technologieführer. An einer Einigung ist er gar nicht interessiert.

Dennoch sind der chinesischen Führung Versäumnisse vorzuwerfen. Sie hat es verpasst, früher ihren Markt zu öffnen. Dann wüsste China nun viel stärker die Europäer auf ihrer Seite. Es dürfte zwar nur wenige europäische Unternehmer geben, die Trumps Strafzölle gutheißen. In seiner Kritik an Chinas unfairer Handelspraxis geben sie ihm aber recht.

Und so steht China im Handelsstreit ziemlich alleine da.

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