Kfz-Zulassung Einfach klicken und dann fahren

Auto zulassen am heimischen Computer. Das soll bald möglich sein.
Auto zulassen am heimischen Computer. Das soll bald möglich sein. © Foto: Uwe Anspach dpa/lsw
Berlin / Dorothee Torebko 10.01.2019

Auto anmelden ohne Warterei bei der Zulassungsstelle? Das soll noch in diesem Jahr möglich sein. Das Kabinett hat  gestern eine Verordnung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) beschlossen, wonach Halter ihre neuen Autos, Transporter oder Motorräder bald über das Internet zulassen können.

Auch das Umschreiben und das Ändern der Adresse kann der Halter dann bequem vom heimischen Schreibtisch aus machen. „Wir wollen weg vom Papierkram und lästigen Behördengängen hin zu einer modernen, digitalen Verwaltung. Künftig heißt es einfach: klicken und losfahren. Das ist Bürgerservice pur“, sagte Scheuer. Doch das Ganze ist ein bisschen komplizierter.

Wer sein Auto künftig online zulassen will, muss einen elektronischen Personalausweis haben, mit dem er sich online identifizieren kann. Ohne den geht es nicht. Die Ausweise werden seit 2010 ausgegeben. Wer nicht sicher ist, ob der Ausweis für eine Online-Nutzung freigeschaltet ist, kann in seinem Bürgeramt nachfragen. Dort bekommt er auch die notwendige Pin.

Um die Daten zu erfassen, braucht man zudem noch ein Kartenlesegerät oder ein Smartphone mit NFC-Funktion (laut Innenministerium ist das nur mit Android-Geräten möglich). Mit der Technik lassen sich etwa per Handy Tickets kaufen, man kann damit auch an der Supermarktkasse bezahlen. Wer ein NFC-fähiges Handy hat, muss sich eine entsprechende App runterladen und von der Kfz-Versicherung eine elektronische Versicherungsbestätigung zuschicken lassen. Die Plakette kommt per Post, das Kennzeichen muss sich der Halter selbst prägen lassen.

Was das alles kostet, ist noch nicht klar. Jedoch hat das Internetverfahren einen großen Vorteil: Es spart Zeit. Denn Anträge werden automatisch und nicht mehr von einem Menschen bearbeitet. Wer etwa seine Adresse ändern möchte, erhält den Bescheid per Mail nach Hause, kann ihn ausdrucken und gleich losdüsen. Scheuer plant weitere Erleichterungen: Künftig sollen Fahrzeughersteller verpflichtet werden, Daten digital zu übermitteln. Diese werden vom Kraftfahrt-Bundesamt gespeichert und für Zulassungsverfahren genutzt.

Bisher war nur das Ab- und Ummelden online möglich. Ummelden konnten Besitzer ihre Fahrzeuge nur dann, wenn es derselbe Halter war und er nicht weit wegzog. Außerdem war der Dienst nur Autofahrern vorbehalten, Halter von Motorrädern mussten die Behörde aufsuchen. Auch das ändert sich jetzt.

SPD und FDP unterstützen Scheuer. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Sören Bartol lobte die Möglichkeit, die Zeit und Nerven spare. Der verkehrspolitische Sprecher der FPD-Bundestagsfraktion Oliver Luksic betonte gegenüber der SÜDWEST PRESSE, dass es selbstverständlich sein sollte, dass „solche Standardbehördengänge digital durchgeführt werden können“. Denn: „Es kann nicht sein, dass die Bürgerinnen und Bürger für solche Verfahren bislang immer noch Urlaubstage hergeben mussten.“

Im Alb-Donau-Kreis noch kaum Interesse

Besonders beliebt sind die bisherigen Online-Angebote im Südwesten bislang nicht. Ein Sprecher des Landratsamts Alb-Donau-Kreis sagte gegenüber der SÜDWEST PRESSE, dass sich die Zahl der Ab- und Ummeldungen per Internet jährlich im zweistelligen Bereich bewege. Der Sprecher rechnet damit, dass sich durch die Kfz-Erstzulassung per Internet immer mehr Bürger einen onlinefähigen Personalausweis besorgen – und damit die Onlinenutzer-Zahl steigt. dot

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