Energiewende Drei Trassen reichen nicht

Berlin / Igor Steinle 05.02.2019

Damit die Energiewende gelingt, muss das deutsche Stromnetz deutlich vergrößert werden. Das geht aus dem Entwurf des „Netzentwicklungsplans 2030“ hervor, den die Stromnetzbetreiber am Montag vorgelegt haben. Weil die bisher bis 2025 geplanten drei Hochleistungstrassen nicht ausreichen, müssten bis 2030 zwei weitere Trassen gebaut werden. Die zusätzlichen 1160 Kilometer Leitung sollen vier Gigawatt Strom transportieren und entlang eines Korridors von Schleswig-Holstein über Nordrhein-Westfalen bis ins baden-württembergische Altbach verlaufen.

Bisher waren drei Stromautobahnen geplant. Weil CDU/CSU und SPD jedoch beschlossen haben, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 65 Prozent auszubauen, reicht deren Kapazität von acht Gigawatt wohl nicht aus. In früheren Netzentwicklungsplänen rechneten die Netzbetreiber mit einem etwa um 10 Prozent kleineren Anteil. Hinzu kommt, dass Deutschland wegen neuer EU-Regelungen in Zukunft mehr Strom aus dem Ausland transportieren muss.

Weil der Ausbau vor allem über Erdverkabelung vorgesehen ist, sind die Kosten zusätzlicher Leitungen immens. Statt etwa 35 Mrd. € wie bisher geschätzt, könnten sie bis zu 52 Mrd. € betragen.

Die Rechnung bezahlen müssen letztendlich die Stromkunden über die Netzentgelte, die Teil jeder Stromrechnung sind.

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