Kommentar Rolf Obertreis zu den Sammelklagen gegen Wirecard Dilettantisch und gefährlich

Foto
Foto © Foto: Foto
Frankfurt / Rolf Obertreis 14.02.2019

Wirecard winkt ab: Da die Vorwürfe keine Grundlage hätten, gebe es auch keine Grundlage für Klagen. Die Turbulenzen um den Zahlungsdienstleister sind um eine Facette reicher. In den USA haben Anwälte die ersten Sammelklagen eingereicht. Es geht um angebliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze und Schadensersatz durch Kursverluste.

Sicher: Clevere US-Anwälte hoffen, wie bei VW, auf lohnende Geschäfte. Auch Anwälte in Deutschland schauen sich die Sache sicher sehr genau an. Die Klagen in den USA sind freilich noch nicht zugelassen. Und harte Fakten über angebliche Manipulationen gibt es (noch) nicht. Wenn sich die Vorwürfe überhaupt bestätigen sollten. Oder sich herausstellt, dass sie von Dritten gezielt gestreut wurden.

Wirecard muss möglichst schnell für Klarheit sorgen. Wann endlich kommt der Bericht über die Vorgänge in Singapur auf den Tisch? Man muss den Eindruck gewinnen, dass man in München als eines der 30 wichtigsten deutschen an der Börse gelisteten Unternehmen nicht verstanden hat, wie Öffentlichkeitsarbeit und die Information von Investoren und Anlegern in schwierigen Zeiten betrieben werden muss.

Immer nur abwinken, wenn Vorwürfe aufgetischt werden, und auf die wohl weiter gut laufenden Geschäfte verweisen, ist dilettantisch, fahrlässig und sogar gefährlich.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel