Meinung Kommentar zu den Verkaufsplänen des Metro-Konzerns: Das Risiko Real

Ulm / Alexander Bögelein 15.09.2018
Metro will seine Supermarkttochter Real verkaufen. Ob die unter neuem Besitzer erfolgreich ist, ist mehr als fraglich.

Metro-Chef Olaf Koch trennt sich von den Sorgenkindern, die seit Jahren in der Krise stecken:  Den Elektronikhandel von Media Markt und Saturn hat er 2017 unter dem Kunstnamen Ceconomy abgespalten. Jetzt will er sich von der dauersanierten Supermarkttochter Real trennen. Die Nachricht kam an der Börse gut an, zumindest zunächst, ebenso wie die Strategie Kochs, dass sich Metro aufs Großhandelsgeschäft konzentrieren wird.

Mancher Börsianer spekulierte gar, der Online-Riese Amazon könnte Interesse an den 282 Real-Märkten in Deutschland haben. Schließlich besitzt der US-Konzern in den USA eine Supermarktkette und arbeitet hartnäckig daran, dass der Onlinehandel mit Lebensmitteln wächst. Doch die Kursfantasie hielt sich nicht lange, die Metro-Aktie gab ihre Gewinne wieder ab.

Hohe Filialdichte in Deutschland

Mit Blick auf die beinharte Konkurrenz im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ist das kein Wunder. Nirgendwo anders in Europa ist die Filialdichte so hoch, nirgendwo anders geben die Verbraucher im Verhältnis zu ihrem Einkommen so wenig Geld für Nahrung aus. Edeka, Rewe und die Discounter haben den Markt in der Hand, die Marge ist mager. Die überbesetzte Branche ist einer der Gründe, warum der Onlinehandel mit Lebensmitteln noch vor sich hindümpelt und der Kauf von Real ein hohes Risiko ist.

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