Kommentar Thomas Veitinger zum Konzernumbau von Siemens Cooler Chef Kaeser

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Autorenfoto © Foto: Volkmar Könnecke
Ulm / Thomas Veitinger 09.11.2018

Wenn Siemens-Chef Joe Kaeser nur halb so cool ist, wie er sich derzeit gibt, wäre das ein gutes Zeichen. Denn der Konzern befindet sich wieder einmal im Umbruch. Kaeser möchte die Struktur des Mischkonzerns schlanker gestalten und den Geschäftsbereichen mehr Eigenverantwortung geben. Drei operative Gesellschaften bleiben im Unternehmen: Die angeschlagene Kraftwerkssparte, das Geschäft mit digitalen Industrie-Prozessen sowie das mit Lösungen für eine künftige smarte Infrastruktur.

Zwar haben sechs von acht der industriellen Geschäfte ihr Ergebnis gesteigert. Darunter auch das frühere Sorgenkind, die ertragsschwache Gebäudetechniksparte. Aber gleichzeitig ist der Mischkonzern von Entscheidungen abhängig, auf die er keinen oder nur noch wenig Einfluss hat: ein Milliardendeal im Irak, vor allem aber die EU-Zustimmung für die Bahnfusion mit Alstom. Der Konzernumbau ist auch notwendig, da weltweit immer weniger Turbinen geordert werden –  der Trend dürfte anhalten. Siemens muss schnell und flexibel sein, um die Probleme zu lösen. Ein cooler Chef hilft dabei.

Möglicherweise verzichtet der Münchner Konzern auf einen Deal mit Saudi-Arabien. Er habe den Eindruck gewonnen, dass Saudi Arabien als wichtiger Partner noch nicht soweit sei, sagt Kaeser. Das ist wirklich cool.

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