Das waren Zeiten. Microsoft-Chef Bill Gates stellte das revolutionäre Betriebssystem Windows 95 vor. Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth informierte sich über das Zukunftsthema „Surfen im Internet“. Mitte der 90er Jahre blickte die Welt auf die beschauliche Stadt Hannover. Die Computermesse Cebit avancierte zum Mittelpunkt der Technikwelt. 800 000 Besucher strömten während des Internet-Hypes um die Jahrtausendwende nach Niedersachsen, verstopften Straßenbahnen, balgten sich um letzte Hotelzimmer. 2017 kamen nur noch 120 000 Technik-Begeisterte.

Hannover

Doch es sind nicht nur die geringeren Besucherzahlen, die zum Cebit-Aus führten. Wird ein Messe-Thema sehr differenziert und schwer abgrenzbar, hilft nur noch Spezialisierung oder Beliebigkeit. Die Cebit versuchte beides. Zunächst als Ausstellung für Fachbesucher, was nicht gelang. Auch die einstig wichtige Münchner Fach-Messe Systems scheiterte. Mit Beliebigkeit und Show-Charakter – für das ein Riesenrad Symbol war – konnte die Cebit im vergangenen Jahr nicht punkten.

Fachmessen wie die CES in Las Vegas, die MWC in Barcelona und die Ifa in Berlin überholten die Cebit. Die Hannover Messe kannibalisierte die Cebit. Die Computex in Taipeh ist asiatischen Herstellern wichtiger. Große Unternehmen setzen auf Hausmessen. Hauptgrund ist aber: Digital ist heute überall.

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