Berlin / Dieter Keller

Jahrzehntelang ist sie gut gegangen, die „Risikopartnerschaft“ zwischen Airbus und den Regierungen von Deutschland, Frankreich und anderer europäischer Staaten. Sie haben dem Flugzeugbauer großzügig Kredite gewährt, damit er neue Modelle entwickeln kann. Bisher war das ein gutes Geschäft, weil er sie zurückgezahlt hat, und das gut verzinst. Beim A380 geht die Rechnung zum ersten Mal nicht auf: Mangels Nachfrage wird der Riesenflieger eingestellt, und Airbus zahlt etwa 600 Millionen Euro nicht zurück. Den Schaden hat der Steuerzahler.

Der Fehler ist, dass sich Airbus daran gewöhnt hat, für jedes neue Modell Staatskredite zu bekommen und damit ein Teil des Risikos abwälzen zu können. Wobei sich die Gesellschaft darauf berufen kann, dass die USA dem Erzrivalen Boeing genauso unter die Arme greifen. Dieser Subventionswettlauf ist hässlich. Doch wenn sich das Rad erst einmal dreht, ist es nur schwer zu stoppen.

Der Fall zeigt, wie risikoreich Staatshilfen sind. Das Bundeswirtschaftsministerium kann nicht vernünftig einschätzen, ob ein Flugzeugmodell genug Abnehmer findet. Das sollte Peter Altmaier eine Warnung sein, wenn der Wirtschaftsminister auch in anderen Fällen meint, nachhelfen zu müssen. Das wird nicht immer vermeiden lassen. Aber er muss den Steuerzahlern gut begründen, warum er das Risiko eingeht – auf ihre Kosten.