In diesem Jahr standen Werke des Barock von Johann Sebastian Bach, zwei seiner Schüler und seines geschätzten Dresdner Kollegen Jan Dismas Zelenka auf dem Programm des Göppinger Kammerchors. Dieser wurde begleitet von einem kleinen Violinensemble, dem "Ensemble flessibile", das den Chor einfühlsam und musikalisch versiert begleitete. Das Programm schlug einen Bogen von der Ankündigung zu der Geburt Jesu Christi und wurde von einem Solistenquartett komplettiert. Die Leitung hatte Fabian Wöhrle, der erst seit dem Sommer den Kammerchor leitet.

Zum Eingang erklang die Adventskantate "Auf, auf, ihr Herzen seid bereit" von Bachs Schüler Homilius. Festliche Akkorde lösten temporeiche Läufe ab, der Chor zeigte sich von Anfang an präsent mit einer klaren Umsetzung des transparenten Dirigats von Fabian Wöhrle, der nicht nur barocke Festlichkeit ausdrückte, sondern auch beschwingt und heiter diese Musik, allerdings am Sonntagabend mit einem kleinen Handicap, konzertierte. Die Sopranistin war nämlich erkrankt; für sie konnte kurzfristig Ulla Seber aus Stuttgart gewonnen werden, die trotz kürzester Vorbereitung ihren Part überzeugend sang. Die Bass-Arie, gesungen von Jens Paulus, stand im Zentrum dieser ersten Kantate. Jens Paulus beeindruckte darin mit energischem, klangvollem Stimmvolumen. Aber auch der Tenor, gesungen von Christian Wilms, und die Altstimme, gesungen von Margret Hauser, musizierten bewegend und zeigten sich besonders fein aufeinander abgestimmt in den Duetten.

Jan Dismas Zelenkas "Magnificat", der Lobgesang der Maria, verzichtet bewusst auf die feierlichen Trompeten, so wie es Bach in seinem berühmten Magnificat machte. Auch fällt die einfache formale und musikalische Gestaltung auf, dem der Chor und die filigran agierenden Violinen in ihrer Gestaltung Rechnung trugen. Die Oboen seien lobend erwähnt, die viel Klangfarbe und feine Tongebung beisteuerten. So gewann dieses Werk eine ausgewählte Stellung innerhalb des Konzertes, besonders auch deshalb, weil Zelenkas Werke einfallsreich und virtuos sind und sich daher in den vergangenen Jahren zunehmender Beliebtheit erfreuen.

In der "Missa brevis in d" vom Bach-Schüler Altnikol standen die Worte des Verkündigungsengels im Mittelpunkt und mündeten in Johann Sebastian Bachs Jubel über die Weihnacht in "Ich freue mich in dir", die auch Weihnachtskantate genannt wird. Ein weiteres Mal zeigte der Chor seine eindrückliche Darstellung, besonders die Männerstimmen boten die notwendige Klangfülle und konnten sich im Schlusschor und auch in den Fugen der anderen Werke beachtlich steigern, die Frauenstimmen sangen präzise und mit guter Intonation, sodass ein ausgewogener, filigraner Klangkörper entstand, der durch Farbigkeit und Vielfalt bestach. Die ersten Violinen musizierten glanzvoll und elegant, die übrigen Instrumentalisten begleiteten Chor und Solisten mit dem nötigen Gefühl für dynamische Abwechslung und Lautstärke, den "Cantus firmus" hatte der Sopran, der sich strahlend eingliederte. Mit sichtlicher Freude und Bewegung, mit Engagement und Präzision führte Fabian Wöhrle die Sänger als auch die Instrumentalisten.

Am Schluss gab es reichlich Beifall für dieses gelungene, weihnachtliche Konzert in harmonischer Atmosphäre.