Western-Feeling im Roxy

SWP 11.10.2013

Wir spielen beides, Country und Western". Wem diese Szene aus dem Blues-Brothers-Film angesichts des Western-Swing/Rockabilly- Konzertes morgen im Roxy in den Sinn kommt, der sei beruhigt: Mit Mainstream-"Country und Western" hat der Western Swing nichts zu tun, betont Veranstalter Pierre La Qua.

Das Roxy steht morgen im Zeichen des Western-Sounds. Was ist das Coole daran?

PIERRE LA QUA: Mir persönlich gefällt besonders, dass er musikalisch extrem hochwertig ist. Der Western Swing ist in den 40er Jahren in den USA entstanden und in der Virtuosität durchaus vergleichbar mit Jazzmusikern wie Django Reinhard. Die Leute sind mit ihren Instrumenten aufgewachsen und haben sie entsprechend gut beherrscht.

Und wie sieht es heute aus? Ist die Szene lebendig?

LA QUA: Rockabilly gibt es in den Vereinigten Staaten schon noch, so groß wie früher ist die Szene allerdings nicht mehr. Die Bands morgen kommen aus Italien. Man darf das Ganze auf gar keinen Fall mit Country verwechseln, damit hat es nichts zu tun! Was in den USA heutzutage unter Country läuft, ist nichts anderes als amerikanischer Schlager. Western Swing ist musikalisch und inhaltlich etwas ganz anderes. Kein auf Pop getrimmter, rechtskonservativer Country, sondern einfach nur komplett authentische Musik.

Und was ist der musikalische Unterschied?

LA QUA: Western Swing ist sozusagen die "weiße" Seite des Rockabilly. Die Musik ist ja in den 40ern/ 50ern aus dem Rhythm n Blues der schwarzen Bevölkerung und eben dem Western Swing und Hillbilly der Weißen entstanden. Hillbilly hat noch mehr Bluegrass-Elemente und es kommen Instrumente wie die Fiddle vor. Der Western Swing hat den typischen Swing-Rhythmus mit treibendem Vierviertel-Takt.

Auf den Konzert-Plakaten ist die Sängerin Bonnie mit Cowboy-Hut zu sehen. Wird das Publikum morgen denn in zünftigem Western-Look kommen?

LA QUA: Eher nicht. Das ist größtenteils die Rockabilly-Szene, die ihr Outfit auch unter der Woche trägt. Vielleicht sind ein paar spezielle Besucher aus der Western-Szene da. Man kann aber übrigens auch ganz normal angezogen kommen, da schaut einen keiner schief an.

Das gleiche gilt für den Tanzkurs?

LA QUA: Auf jeden Fall. Der ist mittlerweile übrigens sehr gut besucht. Angefangen hat das mit sechs, sieben Pärchen, inzwischen sind es an die 30 Teilnehmer. Das liegt auch daran, dass die Tanzkursleiter Nellia und Dietmar Ehrentraut das Ganze so gut machen. Total locker. Auch wenn man keine Vorkenntnisse hat, bringen sie einem in den zwei Stunden so viel bei, dass man mittanzen kann. Ein bisschen Rhythmusgefühl kann dabei natürlich nicht schaden. . .

Außer Rockin Bonnie spielen morgen noch die Starliters. Auch Western Swing?

LA QUA: Sie spielen Western Swing und Rockabilly, sind aber und auf jeden Fall sehr tanzbar. Im Grunde sind die Starliters aber die Mighty Ropers, also die Backgroundband von Bonnie. Das passiert in der Szene übrigens ziemlich oft. Sie haben aber schon ein etwas anderes Repertoire, daher auch der andere Name. yasemin gürtanyel

Konzert und Tanzkurs
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