Volksfest Im Sturzflug auf den Festplatz

Daumen hoch und ein Lachen im Gesicht: Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer (links) genießt die Fahrt in Apollo 13 beim ersten Rundgang über den Vergnügungspark des Fränkischen Volksfests.
Daumen hoch und ein Lachen im Gesicht: Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer (links) genießt die Fahrt in Apollo 13 beim ersten Rundgang über den Vergnügungspark des Fränkischen Volksfests. © Foto: Daniela Knipper
Crailsheim / Christine Hofmann 15.09.2018
Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer hat am Freitag zum ersten Mal das Fränkische Volksfest eröffnet. Er schreckte vor keinem Fahrgeschäft zurück.

Wenn ein gebürtiger Crailsheimer mit hanseatischer Vergangenheit das Tor zum Volksfestplatz mit dem Tor zur Welt vergleicht, das ja bekanntlich ein Synonym für den Hamburger Hafen ist, dann schließt sich ein Kreis. Am Freitagnachmittag hat Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer zum ersten Mal das Fränkische Volksfest eröffnet. Dabei betonte er, dass das mit Tannengrün geschmückte Eingangsportal, auf dem die Eilooder-Figur Einheimische und Auswärtige willkommen heißt, angesichts der 400.000 Besucher, die an vier Tagen erwartet werden, durchaus auch als Tor zur Region verstanden werden könne.

Passende Festkleidung

Grimmer kennt das Volksfest noch aus Kinder- und Jugendtagen, hatte aber in den vergangenen zwölf Jahren während seiner Hamburger Zeit nur selten Gelegenheit, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, nämlich zur Volksfestzeit in Crailsheim. „Es war also nicht einfach, die passende Kleidung zu finden“, sagte er zu den Besuchern der Eröffnungsrunde. „Die Wahl fiel schließlich auf Kleidung mit engen Taschen, damit bei den Fahrgeschäften nichts aus der Hose fällt, wie es mir als Jugendlicher schon passiert ist.“

Um es vorweg zu nehmen: Der Oberbürgermeister hat beim ersten Fahrgeschäfte-Test alles bei sich behalten. Das ist beachtlich, denn Grimmer ließ keine Gelegenheit aus, den Inhalt der Taschen oder gar des Magens in Wallung zu bringen. Er stieg ohne zu zögern vom Musik-Express in den Break-Dancer und absolvierte gleich anschließend eine rasante Fahrt im Autoscooter.

Selbst als er im Apollo 13 mit 120 Stundenkilometern aus 55 Metern Höhe in Richtung Volksfestplatz sauste, bewahrte er Contenance. Den übrigen Teilnehmern des Rundgangs, die fast ausschließlich am Boden geblieben waren, drehte sich allein vom Zuschauen schon fast der Magen um.

„Es macht richtig viel Spaß“, sagte Grimmer, etwas atemlos aber strahlend, „es war toll, die Stadt von oben zu sehen und das Riesenrad, dass zeitweise auf dem Kopf stand.“

Dass der Oberbürgermeister und die vielen Besucher, die pünktlich zur Eröffnung des Vergnügungsparks fein herausgeputzt und gut gelaunt auf dem Festgelände erschienen, sich so gut auf dem Volksfest vergnügen, liegt vor allem an der guten Mischung der Attraktionen. „Es ist eine Kunst, den richtigen Mix zu finden aus Hightech-Anlagen für junge Leute und Fahrgeschäften, die der Opa mit dem Enkel fahren kann. In Crailsheim gelingt das sehr gut“, lobte der Vorsitzende des süddeutschen Schaustellerverbands Lorenz Kalb, der die Ehrengäste über den Festplatz führte.

„Wir sind hier keine Global-Player, wir sind Familienbetriebe. Wir üben unseren Beruf mit Herzblut aus.“ Jedes Jahr würden die Fahrgeschäfte und Wagen modernisiert, berichtete Kalb. „Wir haben uns richtig ins Zeug gelegt, um den 400.000 Besuchern in Crailsheim etwas zu bieten.“

Jetzt ist Volksfest

Davon konnten sich die Eröffnungsgäste an den Ständen persönlich überzeugen – auch abseits der Fahrgeschäfte: beim Probieren einer warmen Brezel an Hartnagels Brezenhaus oder eines eigens gebrauten Volksfestbiers am Horaffen-Treff etwa, bei einem Softeis am Eiswagen der Familie Grauberger, die seit mehr als 60 Jahren nach Crailsheim kommt oder beim gemütlichen Vesper im Paulaner Biergarten. Ja, jetzt ist Volksfest.

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