Zwei Jahre Pandemie haben über nahezu alle Branchen hinweg für unterschiedlich stark ausgeprägte Aus- und Nachwirkungen gesorgt. Inzwischen hat sich die Lage am regionalen Arbeitsmarkt weitgehend stabilisiert, auch wenn die Situation in der Ukraine, Liefer- und Versorgungsengpässe, sowie die Energielage große Unsicherheiten für die nächsten Monate mit sich bringen. Arbeitskräfte sind gefragt, insbesondere Fachkräfte. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm sind von den rund 6.000 offenen Arbeitsstellen 80 Prozent auf Fachkraftniveau oder höher eingestuft. Doch am Arbeitsmarkt ist längst nicht mehr allein der Berufsabschluss entscheidend, auch Teil- und Anpassungsqualifizierungen gewinnen zunehmend an Gewicht.

Qualifizierung gewinnt an Bedeutung

In der Arbeitswelt ist die Digitalisierung längst angekommen und die Dekarbonisierung auf dem Vormarsch. Das beeinflusst nicht nur Tätigkeiten von Experten und Spezialisten, das wirkt sich auch auf den Arbeitsalltag von Fach- und Hilfskräften aus. „Die Halbwertszeit von Qualifikationsniveaus sinkt in dem Maße rasch, wie es die technische Innovationskraft schafft, neue Standards zu setzen. Unternehmen und Betriebe handeln vorausschauend, wenn sie schon heute die sogenannten future skills auf dem Zettel haben“, sagt Dr. Torsten Denkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. „In die Zukunft zu investieren bedeutet in Zukunft zu Qualifizieren.“ Und die technologische Entwicklung geht rasant von statten. So hat aus Sicht der Agentur für Arbeit die Qualifizierung von Beschäftigten über die Jahre zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dafür brachte der Gesetzgeber in der letzten Legislaturperiode viele gesetzliche Neuregelungen auf den Weg, um Fördermöglichkeiten beruflicher Qualifizierung und Weiterbildung nicht nur für arbeitslose Menschen, sondern auch für Beschäftigte finanziell zu begünstigen. Auf Grundlage des Qualifizierungschancengesetzes können nun unabhängig von der Betriebsgröße berufliche Umschulungen, Erstausbildungen sowie Teil- und Anpassungsqualifizierungen gefördert werden. Betriebe mit ihren Beschäftigten unterstützt die Agentur für Arbeit als Beratungsdienstleisterin, insbesondere mit der Qualifizierungsberatung für Arbeitgeber durch den regionalen Arbeitgeber-Service.

Service: Berufsberatung im Erwerbsleben

An die in 2020 eingeführte Berufsberatung im Erwerbsleben können sich zudem alle Arbeitnehmer wenden, wenn sie sich beispielsweise beruflich weiterentwickeln, spezialisieren oder auch umorientieren wollen. „Nicht nur Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit, sondern auch lebenslanges Lernen. Gerade im Kontext zunehmender Technologisierung und strukturellen Wandels“, unterstreicht Denkmann.
Der Förderung der beruflichen Weiterbildung kommt demnach eine besondere Bedeutung in der Arbeitsmarktpolitik zu. Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung richten sich nicht nur an Arbeitsuchende, sondern in stärkerem Maße als in der Vergangenheit auch an Beschäftigte in Betrieben. Die Anforderungen an die Qualifikation von Arbeitnehmern steigen. Digitalisierung und die Einführung neuer Technologien sowie der Strukturwandel verstärken diesen Trend.

Kontakt für Arbeitgeber

Betriebe und Unternehmen erhalten von den regionalen Arbeitgeber-Services ein umfangreiches Beratungsangebot zur Personal­entwicklung.

Kontakt für Arbeitnehmer

Die Berufsberatung im Erwerbsleben unterstützt alle Frauen und Männer in jeder Phase ihres Erwerbslebens bei beruflichen Veränderungen. Ganz gleich ob im Erwerbsleben, für den Wiedereinstieg oder bei Arbeitslosigkeit.