Ulm Mager und gleichzeitig saftig

© Foto: Lars-Eric Herfurth
Ulm / Lars-Eric Herfurth 07.08.2018
Klassisches Grillen steht und Fällt mit der Qualität des Fleisches. Feuer&Flamme-Reporter Lars-Eric Herfurth ist auf der Suche nach leckerem Grillgut in Asselfingen gelandet.

Erwartungsvoll drehen sich die blondgelockten Köpfe, als Ulrich Gröner den großzügigen Offenstall betritt. „Sie sind neugierig und möchten endlich wieder auf die Weide“, schmunzelt der 53-jährige Landwirt. Noch ist das Gras nicht hoch genug nachgewachsen und die Charolais-Rinder bekommen ihr Futter direkt vor die Nase geliefert. „Alles was wir verfüttern, stammt von unserem Hof“, so Gröner. „Nur die Minerallecksteine kaufen wir dazu. In den sonnigen Monaten von April bis November lebt unsere Charolais-Herde ihren Bewegungsdrang auf den Weiden im Donaumoos und auf dem nahegelegenen Grünland unseres Hofes aus.“ Der Hof liegt in Asselfingen, am nordöstlichen Zipfel des Alb-Donau-Kreises. Links der Hofeinfahrt erhebt sich das große Wohnhaus, daran anschließend die Stallungen, rechts der „Hofladen beim Ziegler“, den Ute Gröner seit 17 Jahren betreibt. Alle drei Wochen wird zehn Fahrminuten entfernt in Sontheim geschlachtet. Die kurze Fahrtzeit bedeutet weniger Stress für die Tiere. Gröners ist es wichtig, achtsam mit den Tieren und auch mit ihren Erzeugnissen umzugehen.

Ulrich Gröner beim Füttern der Rinder. Sobald die Wiesen saftig sind, kommen die Tiere nach draußen. Das Winterfutter baut der Landwirt selbst an.
Ulrich Gröner beim Füttern der Rinder. Sobald die Wiesen saftig sind, kommen die Tiere nach draußen. Das Winterfutter baut der Landwirt selbst an. © Foto: Lars-Eric Herfurth

Zweimal in der Woche verkauft Ute Gröner im Hofladen Fleisch und Wurst der eigenen Tiere, außerdem Schwäbisch-Hällisches Landschwein. Zusätzlich im Sortiment: Nudeln, Milch, Eier und Kartoffeln von anderen Höfen. „Eine Besonderheit ist auch das frische Bauernbrot“, so die Dame des Hauses. Sie erklärt den Kunden, warum das Fleisch vom Gröner-Hof so besonders schmeckt: Es liegt an der Mutterkuhhaltung. In vielen Betrieben werden Kalb und Kuh nach der Geburt getrennt, die Mutter wird gemolken. Das ist hier anders: Jedes Kalb lebt nach der Geburt frei bei seiner Mutter. „Die Mutterkuh leckt das frisch geborene Kalb trocken, säubert den Nabel und lockt ans Euter“, erklärt Tochter Julia. „Das Kalb wird neun bis zehn Monate von der Mutter gesäugt und ist dadurch widerstandfähiger gegen Krankheitserreger.“ So wächst langsam ein gesundes Tier heran. „Früher hatten wir gewöhnliches Fleckvieh“, erinnert sich Ulrich Gröner. „Vor 25 Jahren haben wir uns dann gezielt nach einer passenden Rinderrasse umgeschaut.“ Charolais-Rinder sind einfarbig weiß bis cremefarben, ohne Pigmentflecken und weisen eine geringe Neigung zur Fettbildung auf.

„Das Fleisch schmeckt einzigartig, leicht nussig, könnte man sagen.“

Schwerer als etwa Angus-Rinder wiegen die Kühe bis zu 900 Kilo, Bullen bringen es auf 1,3 Tonnen. „Uns hat aber vor allem das ruhige, ausgeglichene Wesen überzeugt“, schwärmt Gröner. Und natürlich die Qualität des Fleisches:„Das langsame Heranwachsen und die Mutterkuhhaltung fördern die feine Marmorierung des Fleisches. Es schmeckt einzigartig, leicht nussig, könnte man sagen.“ Weil es mager und gleichzeitig saftig ist, eignet es sich besonders gut zum Grillen.

Im Hof eigenen Laden verkauft Ute Gröner Fleisch und Wurst
Im Hof eigenen Laden verkauft Ute Gröner Fleisch und Wurst © Foto: Lars-Eric Herfurth

Info

Der „Hofladen beim Ziegler” ist freitags von 15-18 Uhr und samstags von 9-12 Uhr geöffnet.

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