Ein Heeresmusikkorps, das die Friedensmesse aufführt, ist kein Paradoxon, sondern ein Glücksfall. Es macht das Werk „The Armed Man“ von Karl Jenkins besonders ergreifend. Und so setzte der Auftritt des Heeresmusikkorps Ulm gemeinsam mit dem „kanti chor chur“ und dem Basel Tattoo Chor einen wunderbar emotionalen Schlusspunkt hinter die 49. Spendenrunde der Aktion 100 000 und Ulmer helft. Ein maßgeschreinerter Rahmen, um das Spendenergebnis bekannt zu geben: Aktionschef Karl Bacherle und die Schirmherren der Aktion 100 000 und Ulmer helft, OB Gunter Czisch und SÜDWEST PRESSE-Chefredakteur Ulrich Becker, präsentierten  einen Scheck in Höhe von 813 385 Euro.

An dem Spätnachmittag im CCU passte einfach alles. Das Werk, die Musiker und die Umsetzung der Friedensmesse. Sie  verbindet Teile des katholischen Messritus’ mit biblischen, hinduistischen und islamischen Versen – den beeindruckenden Aufruf zum Gebet inbegriffen. Hauptmann Dominik Koch, der erst vor kurzem die Leitung des Heeresmusikkorps übernommen hat, gelang es, gemeinsam mit den Chören (Leitung: Jennifer Ribeiro Rudin) Musik und Text zu einem eindringlichen Ganzen zu verbinden und dramaturgisch perfekt umzusetzen. Spätestens beim Benedictus erspähte man feuchte Augen in den Reihen.

So ist es nicht verwunderlich, dass nahezu alle der rund 1000 Besucher(innen) die Leistung des Korps und der Chöre stehend und mit langanhaltenden Ovationen belohnten. Dem Beifall waren jüngst Proteste gegen Konzerte des Korps vorangegangen. Deshalb hatte OB Czisch vor dem Konzert klargestellt, dass die Musiker in Uniform ein musikalisches Aushängeschild der Stadt seien und auftreten könnten, wann und wo sie wollten.

Info Mehr zu dem Konzert im Internet unter www.aktion100000.de/aktuelles