Einmal ist keinmal, wenn man dem Theaterverein Einsingen glauben darf, auch wenn es ein Seitensprung in einem „verliehenen“ Schlafzimmer ist. Klar, dass es dabei zu einer Menge Verwicklungen kommt. Das zusammen ergibt ein gut zweistündiges Lustspiel, mit dem der Theaterverein Einsingen die Turn- und Festhalle füllte.

In drei Akten des Stückes drehte sich das Tür-auf-Tür-zu-Karussell, verfasst von Ray Cooney und von Regisseur Herbert Nußbaumer schwäbisch frisiert. Mehr als 350 Zuschauer waren begeistert und spendeten immer wieder Szenenapplaus.  Ein großer Teil des Eintritts ging der Samstags-Vorstellung gng an die Aktion 100 000 und Ulmer helft. Den symbolischen Scheck über 2000 Euro nahm Wolfgang Hitzler von der Stadt am Ende der Vorstellung kurz vor Mitternacht von der Vorsitzenden Sonja Lubczyk entgegen.

Was locker flockig aussieht, bedarf eines großen Zeitaufwands: 72 Stunden haben die neun Akteure bei 26 Proben seit September verbracht, damit bei der Premiere auch alles passte. Denn gerade Situationskomik will geübt sein. So erschien ständig die falsche Person zum unpassenden Moment und suggerierte, dass die Verwicklungen immer atemberaubender wurden. Bis plötzlich dank der ordnenden Hand von Marion Richter (Waltraud Reichherzer) das Karussell zum Stillstand gelangte.

Neueinsteiger Michael Hönig überzeugte als Paul Richter, ein Kinderbuchverleger, der bis zum Tag eines geplanten Besuchs eines Verlegerballs ein beschauliches Leben führte. Mittendrin in den Verwicklungen war der Raumausstatter Alex Schilling (Daniel Renz). Er hatte sich auf eine „sturmfreie Bude“ gefreut, die er mit Hausmädchen Sigrid (Nadine Andree) nutzen wollte.

Zu dumm, dass an diesem Abend in der leerstehenden Villa auch noch ein Rendezvous von Geschäftspartner Harry Frey (Uli Baur) mit Christa Anders, dem Fräulein vom Amt (Birgit Renz) stattfinden sollte. Doch mit diesen Plänen waren sie schon zu dritt: Auch Gerlinde Frey (Sonja Lubczyk) hatte sich mit ihrem Liebhaber Walter Heidevogel (Sven Huber) verabredet. Kein Wunder, dass die Villa „überbucht“ war. Zumal es noch ein unerwartetes Stelldichein mit Erfolgsautorin Anna Brettschneider (Bruni Felk) gab, die ihr neues Werk mitbrachte und eine neue Kundin des Verlagshauses werden wollte.

Einen realen Abschied galt es in Einsingen dann auch noch zu verkünden: Klaus Bloching hat nach 40 Jahren als Souffleur aufgehört, neu in der „Kiste“ ist Inge Kneißle.

Seit 1974 Theater in Einsingen


Chronik Seit 1974 wird in Einsingen Theater gespielt: jahrzehntelang als Zweig der Katholischen Arbeitnehmerschaft (KAB) unter Leitung von Franz und Maria Rehm, seit 2017 als eigenständiger Verein. Weitere Aufführungen des aktuellen Stücks sind am Freitag, 10. Januar, und am Samstag, 11. Januar, jeweils um 20 Uhr. Alle sind weitgehend ausverkauft. Der Erlös ist ebenfalls für soziale Zwecke bestimmt.