Es tut sich was beim Komitee zur Erhaltung der Kirche in Gruorn, wie unschwer an Allerheiligen, bei der Hauptversammlung im Museum, aus dem Bericht des Ersten Vorsitzenden Alfred Weber zu entnehmen war. Konzerte, Gedenkgottesdienst, Arbeitseinsätze, Kirchenführungen und die Teilnahme an der Kulturnacht, standen von Ostern bis jetzt auf dem Programm.

Besucherzahlen erfasst

Bei der Kulturnacht sei der Andrang eher bescheiden gewesen, bei den anderen Veranstaltungen  hingegen richtig gut, was  zu einer Gesamtbesucherzahl von mindestens 15 550 Besuchern führte. Die Besucherzahlen in der Stephanuskirche, für dessen Erhalt das Komitee einsteht, wurden  erstmals auf Anregung des Kassiers Adolf Vöhringer, mittels Lichtschranke – ab 150 Zentimeter Körpergröße – ermittelt. Kleine Kinder, die nicht selten oft hin- und herspringen, wurden so nicht registriert.

Auch finanziell steht das Komitee aktuell gut da, wie  den Zahlen von Vöhringer zu entnehmen war. Wäre da nicht das „Mammutprojekt“, welches zeitnah in Angriff genommen werden muss, um die Kirche vor größerem Schaden zu bewahren. Der barrierefreie Eingang, der geplant ist, nimmt dabei den kleinsten Anteil ein. Ebenso die Restaurierung der Fresken im Chor. Bei  deren Aufnahme unterstützte  das Denkmalamt und stellte fest, dass Schäden im Dachgebälk vorhanden sind. Und da wird es teuer.

Dachstuhl marode

Architekt Dieter Schmid, der bislang beratendes Mitglied im Komitee war, gab einen Einblick in die Schäden, welche durch Tier- und Pilzbefall zustande kamen. Für Schmid ein nicht aufzuhaltender Prozess, dem man unbedingt Einhalt gebieten muss. Aus einem Gutachten geht hervor, dass die Renovierung des Dachstuhles rund 120 000 Euro verschlingt. Hinzu kämen Flaschner- und Maurerarbeiten, sowie der Gerüstbau, so dass sich allein die Renovierung des Dachstuhles auf rund 220 000 bis  240 000 Euro belaufen werden.

Wer soll das bezahlen? Die Vorstellungen der Vorstandschaft driften dabei auseinander. Besitzer von Gruorn ist bekanntlich nicht das Komitee, sondern die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). 2008 wurde zwischen der BImA, der Stadt Münsingen und dem Komitee ein Vertrag abgeschlossen, bei dem klar zum Ausdruck kommt, dass die BImA nicht für Renovierungsaufgaben einsteht. Ein Vertrag, der jetzt ohnehin aus verschiedensten Gründen, formal abgeändert werden muss. Weber hofft, dass im neu verfassten Vertrag, dem Komitee eine Laufzeitverlängerung um weitere 20 Jahre als Betreiber gegeben wird. Dies nämlich würde wiederum Türen zu den verschiedensten Fördertöpfen öffnen, ist sich Weber sicher. Als gute Berater sieht er dabei Bürgermeister Mike Münzing und Dr. Dietmar Götze.

Christoph Stephan, der zweite Vorsitzende, der sich jetzt bei der Versammlung nicht mehr zur Wahl stellte, ist hingegen der Meinung, dass der Bund in die Pflicht genommen werden muss. „Eigentum verpflichtet“, so Stephan, der zudem die Ausgangslage heute, nachdem Gruorn ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung sei, ganz anders sieht. Unterstützung gab es von Hans Lamparter, dem Stellvertreter des zweiten Vorsitzenden.

Wirt gesucht

Ein weiteres Sorgenkind des Komitees zeigt sich,  wie in vielen anderen Vereinen auch, im eher  geringen Nachwuchs, weshalb Weber an die Versammlung appellierte, zu vermitteln, dass es sich lohnt, sich für Gruorn einzusetzen. Auch wird ein neuer Wirt für das Schulhaus gesucht, nachdem der bisherige seinen Pachtvertrag gekündigt hat.

Der Versammlung ging am Morgen  wie immer  an Allerheiligen ein Gottesdienst mit Pfarrer Siegfried Fischer und die traditionelle Kranzniederlegung am Ehrenmahl, zum Gedenken  der Verstorbenen voraus.

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Körpergröße und man wird erfasst, und zwar von der Lichtschranke, die  in der Stephanuskirche  eingebaut wurde, um die  Zahl der Besucher zu erfassen.

Alfred Weber bleibt Vorsitzender


Der neue Vorstand setzt sich jetzt wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Alfred Weber, 2. Vorsitzender Adolf Vöhringer, Stellvertreter des 2. Vorsitzenden Hans Lamparter. Neu im Team ist als Kassier Stefan Reutter. Dieter Schmid rückte vom beratenden Mitglied als Ausschussmitglied auf, wie auch Hubert Knupfer. Weiteres Ausschussmitglied ist Margarete Brändle, Schriftführerin Ulrike Bleher.
Als beratende Mitglieder wurden Christian Bückle und Mike Münzing bestätigt sowie Markus Glück neu im Team aufgenommen. Kassenprüfer bleiben Werner Goller und Helga Walz.

Nach den Wahlen wurde Christoph Stephan verabschiedet.