Tatort Kritik
: „In der Familie“: So wird Teil 2 am Sonntag

Am 06.12.2020 läuft „Tatort: In der Familie“ 2 im Ersten. Wie der zweite Teil der Jubiläumsfolge aus München und Dortmund wird, erfahrt ihr hier.
Von
Martin Weber
München
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Teil 2 von „Tatort: In der Familie“ am Sonntag spielt in München. Lohnt sich das Einschalten?

BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

Die unheimlichste Szene dieses „Tatorts“ spielt sich in der ganz gewöhnlichen Kantine eines Bauunternehmens ab. Dort entdeckt der Münchner Mafiaboss Domenico Palladio (Paolo Sassanelli) die Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Peter Faber (Jörg Hartmann), die ihn beschatten. Der joviale Gangster mit dem durchdringenden Blick gesellt sich zu den beiden und offenbart beim nur scheinbar entspannten Plausch, dass er über die beteiligten Mordkommissariate in München und Dortmund und ihre Mitarbeiter so gut wie alles weiß — eine bedrohliche Szene, die an einen Schlüsselmoment in der Netflix–Serie „Narcos“ über die Jagd auf den kolumbianischen Drogenbaron Pablo Escobar erinnert.

Zum Glück lassen sich der erfahrene Leitmayr und sein impulsiver Kollege aus dem Ruhrgebiet im zweiten Teil des Jubiläumskrimis „Tatort: In der Familie“, der am 6. Dezember 2020 um 20:15 Uhr im Ersten läuft, nicht einschüchtern, sondern verfolgen unbeirrt ihr Ziel, dem mörderischen Paten das Handwerk zu legen. Genauso wie ihr braver Kollege Ivo Batic (Miroslav Nemec), der sich draußen vor der Kantine mit dem korrupten Bauunternehmer anlegt, der mit der Mafia Geschäfte macht.

„Tatort: In der Familie“ am Sonntag: Darum geht es in Teil 2

Im Mittelpunkt des Krimis, der in der bayerischen Landeshauptstadt und ihrem Umland spielt, steht wieder die Familie des Dortmunder Pizzabäckers Luca Modica (Beniamino Brogi), die der Zuschauer noch vom ersten Teil des Krimis kennt und der mit der Ermordung von Mutter Juliane endete. Der von der Polizei gesuchte Luca, seine Tochter Sofia (Emma Preisendanz) und der Mafiakiller Pippo Mauro (Emiliano de Martino) verstecken sich mittlerweile in einer schäbigen Wohnung in der Nähe von München und warten auf eine günstige Gelegenheit, nach Italien abzuhauen.

Natürlich nutzt der örtliche Mafiachef Palladio die zusätzliche Manpower zur Erledigung diverser krimineller Geschäfte, wozu auch die gewaltsame Einschüchterung eines Münchner Baudezernenten zählt. Doch die Aktion läuft aus dem Ruder und der Beamte kommt ums Leben, was wiederum die beiden Ermittler Leitmayr und Batic von der Münchner Mordkommission auf den Plan ruft — auch dieser stellenweise recht brutale „Tatort“ beginnt den ehernen Gesetzen der 50 Jahre alten Krimireihe folgend also mit einer Leiche.

Die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec, r.) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, M.) ermitteln weiter im Fall Mauro in München.

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Schnell finden die Ermittler heraus, dass der Fall etwas mit den ein halbes Jahr zurückliegenden Ermittlungen im Ruhrgebiet zu tun hat, und schon bald taucht auch ihr unberechenbarer Dortmunder Kollege Faber auf, um kräftig mitzumischen. Die junge Sofia, die nichts vom Tod ihrer Mutter weiß, versucht derweil Kontakt zu ihr aufzunehmen, was Mafia–Padrone Palladio natürlich ein Dorn im Auge ist. Seine Versuche, die 17–Jährige an die Kandare zu nehmen, scheitern — und der skrupellose Gangster ergreift drastische Maßnahmen.

„Tatort“ Kritik: Das Fazit zu Teil 2 der Jubiläumsfolge

Die von Regisseurin Pia Strietmann inszenierte Fortsetzung von von „Tatort: In der Familie“ ist zwar nicht ganz so packend und atmosphärisch wie der erste Teil des Jubiläumskrimis, der durchgängig die meisterhafte Handschrift von Filmemacher Dominik Graf aufwies. Doch auch der zweite Teil punktet mit Spannung, starken Figuren und vor allem der tragischen Geschichte einer Kleinfamilie, die sich unrettbar in den Tentakeln der Monsterkrake Mafia verfangen hat. Diese Folge des Sonntagskrimis erhält drei von vier Pistolen: Kann man nichts falsch machen!