• Am Sonntag, 18.12.2022, lief der „Tatort: Das Opfer um 20:15 Uhr im Ersten.
  • Die Handlung und Kritik zum Sonntagskrimi aus Berlin.
  • Die Besetzung, Mediathek und Sendetermine im Überblick.
Lebensgefahr im Lagerhaus – Der vom Tod seiner Kollegin Nina Rubin traumatisierte Kommissar Robert Karow ermittelte im neuen „Tatort“ allein in der Berliner Unterwelt.

„Tatort: Das Opfer“: Der neue Krimi aus Berlin

Als sich 1977 erstmals im deutschen Fernsehen zwei Männer küssten, war die Aufregung groß. Viele befürchteten den Untergang des Abendlands, über Regisseur Wolfgang Petersen und den beiden Schauspielern Jürgen Prochnow und Ernst Hannawald schlug eine Welle der Empörung zusammen. Die Zeiten haben sich fundamental geändert, wie der neue Sonntagskrimi aus Berlin beweist: In „Tatort: Das Opfer“ küssen sich vom Kommissar bis zum Gangsterboss gleich mehrere Männer leidenschaftlich – aufregen dürfte sich darüber aber niemand mehr. Der sehenswerte Fall von Regisseur Stefan Schaller ist der erste Berliner „Tatort“, den Kommissar Robert Karow ohne seine Partnerin Nina Rubin lösen muss, die beim vorangegangenen Einsatz von einer Kugel getroffen wurde und in seinen Armen starb.

„Tatort: Das Opfer“: Handlung am 18.12.2022

Im neuen Krimi muss Karow direkt einen weiteren Schock verkraften: Bei dem in einem Wäldchen gefundenen Mordopfer handelt es sich um seinen früheren Jugendfreund Maik Balthasar. Für Robert Karow ist sofort klar, dass hier eine Hinrichtung im Gangstermilieu stattgefunden hat. Als der Kommissar von Staatsanwältin Sara Taghavi erfährt, dass Maik als verdeckter Ermittler tätig war und Beweise gegen den Clanchef Mesut Günes sammelte, bestätigt sich sein Verdacht. Da auf der Tatwaffe ein Fingerabdruck von Günes gefunden wurde, scheint der Mord aufgeklärt, der Gangsterboss kommt in Haft. Doch die Wahrheit ist komplizierter, wie Robert Karow schon bald herausfindet.
Der Kommissar ermittelt gegen die ausdrückliche Anweisung von Staatsanwältin Taghavi auf eigene Faust und begibt sich auf die Spuren seines ermordeten Jugendfreundes Maik, der seine Arbeit als verdeckter Ermittler in einem Tagebuch festgehalten hat und dessen Einsätze in Rückblenden gezeigt werden – eine clevere Volte im Drehbuch des deutsch-türkischen Autors Erol Yesilkaya, denn so kann der Zuschauer parallel zwei spannende Ermittlungen im Milieu verfolgen. Je tiefer Robert Karow in die Materie eintaucht, desto stärker wird er auch mit Wunden aus seiner Vergangenheit konfrontiert. Der Berliner Kommissar, der sich den Zuschauern in den vergangenen Jahren als schroffer Zyniker präsentiert hat, zeigt sich in diesem starken Krimi von seiner verletzlichen Seite. Beim nächsten Mal bekommt er wieder weibliche Verstärkung: Corinna Harfouch feiert dann im Berliner „Tatort“ ihr Debüt als Kommissarin Susanne Bonard.
Im "Tatort: Das Opfer" aus Berlin ermittelt Karow im Mord an einem früheren Bekannten. Maik Balthasar (Andreas Pietschmann) war verdeckter Ermittler und arbeitete als Fahrer für einen Clanchef.
Im „Tatort: Das Opfer“ aus Berlin ermittelt Karow im Mord an einem früheren Bekannten. Maik Balthasar (Andreas Pietschmann) war verdeckter Ermittler und arbeitete als Fahrer für einen Clanchef.
© Foto: rbb/Stefan Erhard

„Tatort“ Kritik: Wie ist „Das Opfer“ aus Berlin?

Der im Berliner Unterweltmilieu spielende Krimi baut vor allem in der ersten Hälfte viel Spannung auf, wenn der neuerdings vollbärtige Karow auf der Suche nach Beweisen durch Nachtclubs, Tattoostudios oder Dönerbuden streift und dabei in große Gefahr gerät. Vor allem eine Szene, in der sich der Kommissar bei einer Prostituierten vor Gangstern eines kriminellen Clans verstecken muss, sowie eine gruselig-brutale Sequenz in einem Lagerhaus, sind für „Tatort“-Verhältnisse ungewöhnlich packend – ein Beweis dafür, dass auch mit vergleichsweise wenig Mitteln enorme Spannung erzielt werden kann. Außerdem begibt sich der Ermittler auf eine ergreifende Reise in seine eigene problematische Jugend, die mit seiner Bisexualität und seinem strengen Vater zu tun hat.
Das bringt dem neuen „Tatort: Das Opfer“ drei von vier Pistolen ein: Kann man nichts falsch machen!

„Tatort: Das Opfer“: Besetzung am 18.12.2022

Neben dem bekannten Hauptdarsteller sind in diesem Krimi auch wieder einige Episoden-Rollen zu sehen. Wer die Darsteller im Cast des Krimis sind, erfahrt ihr hier:
Rolle – Schauspieler
  • Robert Karow – Mark Waschke
  • Maik Balthasar – Andreas Pietschmann
  • Camilla Peters – Kim Riedle
  • Staatsanwältin Sara Taghavi – Jasmin Tabatabai
  • Mesut Günes – Sahin Eryilmaz
  • Sinan Günes – Ugur Kaya
  • Maik Balthasar (jung) – Laurids Schürmann
  • Sammy Paroussi – Luka Dimic
  • Robert Karow (jung) – Jona Levin Nicolai
  • Memo – Burak Yigit
  • Vater Karow – Dietrich Hollinderbäumer
  • Levent Kaya – Orhan Güner
  • Vater Karow (jünger) – Uwe Fischer
  • Kommissar – Dirk Glodde
  • KTU Kollege – Bejean Banner
  • Stammgast Manfred – Andreas Anke
  • Meriyem Günes – Mina Sagdic
  • Mahmut Günes – Mürtüz Yolcu
  • Gülay Günes – Halala Ali Taufik
  • Coray Günes – Kadir Öktem
  • SEK Beamter – Marco Schulz
  • Erstes Gangmitglied – Tolga Anar
  • Zweites Gangmitglied – Mert Sahin

„Tatort“ am Sonntag: Sendetermine und Mediathek

Alle Sendetermine des neuen „Tatort“ aus Berlin auf einen Blick:
  • Sonntag, 18.12.2022 um 20:15 Uhr im Ersten
  • Sonntag, 18.12.2022 um 21:45 Uhr auf ONE
  • Dienstag, 20.12.2022 um 01:05 Uhr im Ersten
In der ARD Mediathek ist der „Tatort“ im Livestream zu verfolgen. Für gewöhnlich steht der Krimi dort nach der Ausstrahlung auch noch als Wiederholung zur Verfügung. „Tatort: Das Opfer“ könnt ihr nach der Erstausstrahlung sechs Monate lang abrufen.