• Am Sonntag, 18.04.2021, lief der „Tatort: Macht der Familie“ um 20:15 Uhr im Ersten.
  • Die Kritik zum Krimi aus Hamburg mit Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz.
  • Besetzung, Handlung, Sendetermine und Mediathek im Überblick.
Im ungewöhnlichen neuen „Tatort“ bekamen es die Kommissare aus Hamburg mit schwerkriminellen und skrupellosen Mitgliedern der Russenmafia zu tun. Anders als gewöhnlich verfügte diese Mafia-Familie allerdings über kultivierte Umgangsformen.
Alle Infos zum „Tatort“ aus Hamburg erfahrt ihr hier.

„Tatort: Macht der Familie“: Darum ging es am Sonntag

Mitglieder der Russenmafia sind im Fernsehen normalerweise leicht zu identifizieren: Sie tragen die Haare gerne ultrakurz oder lassen sie gleich ganz weg, haben eine stechenden Blick, muskulöse Oberarme, die Wodkaflasche immer in Reichweite und sind großflächig tätowiert. Ganz anders im neuen „Tatort“: Die Mafiosi dieser schwerkriminellen russischen Familie spielen Klavier, haben Umgangsformen, teure Möbel in geschmackvollen Villen und Kunst an den Wänden. Außerdem wirken die kultivierten Timofejews mit ihren feingeschnittenen Gesichtern auch rein optisch eher wie eine Künstlerfamilie, eine Intellektuellensippe oder aber russische Adelige aus früheren Tagen.
Das ist natürlich reine Absicht, denn der verdiente Regisseur und Drehbuchautor Niki Stein schert sich nicht um Klischees und lässt in seinem neuen Krimi „Tatort: Macht der Familie“ immer wieder Figuren und Motive aus den großen russischen Romanen des 19. Jahrhunderts anklingen: Es geht wie bei Tolstoi oder Dostojewski um Schicksal, Liebe, Schuld, Vergebung und natürlich um unauflösbare Familienbande – eine erfrischend ungewöhnliche Herangehensweise an einen Fernsehkrimi, die abgesehen von einem logischen Mangel voll aufgeht.
Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) versucht im neuen "Tatort" der Russenmafia das Handwerk zu legen.
Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) versucht im neuen „Tatort“ der Russenmafia das Handwerk zu legen.
© Foto: NDR/Meyerbroeker

Hamburg-„Tatort“ mit Falke und Grosz am 18.04.2021

Die in Hamburg und Umgebung lebenden Timofejews verkaufen tagsüber ganz seriös Landmaschinen und verhökern nachts illegal Raketen, Bomben und andere Kriegswaffen an Interessenten aus aller Welt. Die Bundespolizei um den erfahrenen Ermittler Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und die frisch zur Polizeihauptkommissarin beförderten Julia Grosz (Franziska Weisz) ist dank eines verdeckten Ermittlers kurz davor, der Sippe um Patriarch Victor Timofejew (Wladimir Tarasjanz) das Handwerk zu legen, doch dann geht alles schief.
Bei einer von der Polizei beobachteten Geldübergabe lotst Timofejews Neffe Nicolai (Jakub Gierszal) den Undercover-Ermittler zum Flughafen und in ein Privatflugzeug, das nach Zypern fliegen soll. Doch über dem Mittelmeer explodiert eine Bombe in der Maschine und reißt die beiden Männer und die Besatzung in den Tod. Franziska Weisz, die den Einsatz geleitet hat, ist am Boden zerstört, doch sie gibt nicht auf: Mit Hilfe von Timofejews Nichte Marija (Tatiana Nekrasov), die beim LKA Hamburg arbeitet und als Lockvogel tätig werden soll, will sie das Bombenattentat aufklären und dem Clan doch noch das Handwerk legen. Thorsten Falke, der Marjia von früher kennt, ist von diesem gefährlichen Plan alles andere als begeistert. Doch die junge Frau lässt sich auf das Vorhaben ein und nimmt nach jahrelanger Funkstille wieder Kontakt zu ihrer Familie auf, die den Tod Nicolais betrauert.

„Tatort“ Kritik: Wie ist die Bewertung von „Macht der Familie“?

Regisseur Niki Stein hat seinen neuen „Tatort“ als Mischung aus Familientragödie und Thriller aufwendig inszeniert und beweist dabei sein gutes Gespür für atmosphärische Drehorte: Die Szenen spielen am Hafen oder am Flughafen, in der luxuriösen Villa der Timofejews oder ihrem mondänen Jagdhaus – das verleiht diesem Sonntagskrimi eine hochwertige Optik fast wie im Kino. Dazu kommt ein spannender Plot, der nur einen kleinen Schönheitsfehler hat: Dass ausgerechnet Marjia als Ermittlerin gegen ihre eigene Familie mobilisiert wird, ist ziemlich weit hergeholt. Sehenswert ist der neue „Tatort“ mit dem Duo Falke/Grosz aber trotzdem. Das bringt dem Hamburger „Tatort“ drei von vier Pistolen ein. Für Krimi-Fans heißt es daher: einschalten!

„Tatort“ am Sonntag: Sendetermine und Mediathek

Alle Sendetermine des neuen „Tatort“ aus Hamburg auf einen Blick:
  • Sonntag, 18.04.2021 um 20:15 Uhr im Ersten
  • Sonntag, 18.04.2021 um 21:45 Uhr auf ONE
  • Dienstag, 20.04.2021 um 00:40 Uhr im Ersten
In der ARD Mediathek ist der „Tatort“ im Livestream zu verfolgen. Zudem ist er dort nach der Ausstrahlung sechs Monate lang als Stream verfügbar.

„Tatort“ Hamburg Darsteller: Die Besetzung am 18.04.2021

Wer die Schauspieler im Cast sind, erfahrt ihr hier:
Rolle – Schauspieler
  • Thorsten Falke – Wotan Wilke Möhring
  • Julia Grosz – Franziska Weisz Marija Timofejew – Tatiana Nekrasov
  • Nicolai Timofejew – Jakub Gierszal
  • Andrej Tomofejew – Nikolay Sidorenko
  • Kriminaldirektorin Reetz – Judith Rosmair
  • Katija – Anja Taschenberg
  • Okonjo – Jonathan Kwesi Aikins
  • Tarik – Ercan Karacayli
  • Evrin – Vanida Karun
  • Victor Timofejew – Wladimir Tarasjanz
  • Warwara – Jeanette Spassova
  • Torben Falke – Levin Liam

„Tatort: Macht der Familie“: Musik

Im „Tatort: Macht der Familie“ vom 18.04.2021 lief das Stück „Suite for Jazz Orchestra No.2: Waltz from Eyes Wide Shut“ von Mario Mariani. Die übrige Filmmusik wurde von Jacki Engelken komponiert für den Tatort komponiert. Die Vor- und Abspannmusik stammt von Klaus Doldinger, der zum Beispiel auch den Soundtrack für Wolfgang Petersens „Das Boot“ komponierte.