• Am Sonntag, 30.05.2021, lief der „Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande“ im Ersten.
  • Die Kritik zum Jubiläums-Krimi aus Halle mit den neuen Kommissaren Henry Koitzsch und Michael Lehmann.
  • Die Besetzung, Handlung, Sendetermine und Mediathek im Überblick.
Sie ging als Antwort der DDR auf den bundesdeutschen „Tatort“ an den Start und wurde nach der Wiedervereinigung beibehalten: Jetzt feiert die Krimireihe „Polizeiruf 110“ fünfzigsten Geburtstag – und zwar mit einem Jubiläumsfall, der sich gewaschen hat.

„Polizeiruf 110“: Neues Ermittler-Duo zum Jubiläum

Der vom kongenialen Duo Thomas Stuber (Regie) und Clemens Meyer (Drehbuch) inszenierte Film „Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande“ aus Halle ist ein Geburtstagsgeschenk an die Zuschauer – kein Krimi von der Stange, sondern ein faszinierender und melancholischer Blick auf verschiedene Einzelschicksale, von denen jedes eine eigene Episode verdient hätte. Zudem führt der ungewöhnliche und voller Anspielungen auf die lange Geschichte des „Polizeiruf“ steckende Krimi ein neues Ermittlerpaar ein, das sich sehen lassen kann: Der aus der Serie „Babylon Berlin“ bekannte Peter Kurth spielt den altgedienten und von den Wechselfällen des Lebens desillusionierten Kommissar und Eigenbrötler Henry Koitzsch, der zu viel trinkt und gegenüber Zeugen schon mal ruppig wird. Peter Schneider gibt seinen jüngeren und sanftmütigeren Kollegen Michael Lehmann, der zu Hause eine große Familie hat – inklusive seines Schwiegervaters Thomas Grawe, der von „Polizeiruf“-Legende Andreas Schmidt-Schaller gespielt wird.

„An der Saale hellem Strande“: Handlung am Sonntag, 30.05.2021

Der erste Fall, den die beiden Kommissare lösen müssen, ist reichlich verzwickt. Er wird auf verschiedenen Zeitebenen und in Form von Kapiteln erzählt, zwischen denen die Handlung geschickt hin- und herwechselt und die mit Zwischenüberschriften versehen sind, von denen einige an alte Filmtitel der Krimireihe wie „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ erinnern. Ein Kellner wurde vor seinem Haus erstochen, und um an Zeugen heranzukommen, schaut sich die Polizei mittels Funkzellenauswertung an, wer alles in dieser Nacht in der Nähe des Tatorts war und mit seinem Handy telefoniert hat.
Zum "Polizeiruf 110"-Jubiläum gibt es neue Kommissare: Peter Kurth (l.) und Peter Schneider (r.) ermitteln ab sofort in Halle.
Zum „Polizeiruf 110“-Jubiläum gibt es neue Kommissare: Peter Kurth (l.) und Peter Schneider (r.) ermitteln ab sofort in Halle.
© Foto: MDR/filmpool fiction/Felix Abraham

Peter Kurth und Peter Schneider ermitteln im „Polizeiruf 110“ aus Halle

Koitzsch und Lehmann befragen den verzweifelten Familienvater Maik Gerster, der das Geld fürs Geburtstagsgeschenk seiner Tochter nicht zusammenbekommt, den an fortschreitender Demenz leidenden Ex-Eisenbahner Günter Born und die vordergründig lebenslustige, im Grunde ihres Herzens aber tieftraurige Katrin Sommer, die ihre Nächte mit wechselnden Männerbekanntschaften verbringt und auch das Opfer gekannt hat. Sie alle müssen den Mörder gesehen haben, können aber nichts zur Lösung des Falls beitragen. Erst die Befragung der beiden Nachbarn des Opfers und eines gewissen Rainer, der das Ehepaar am Rande des finanziellen Abgrunds zum Tatzeitpunkt besucht hat, scheint die Ermittler weiterzubringen – doch dann kommt alles anders als gedacht und plötzlich geht es um einen weiteren Menschen, der in dieser Nacht zu Tode gekommen ist.

„Polizeiruf 110“ Kritik: Wie ist „An der Saale hellem Strande“?

Mit einem klassischen Fernsehkrimi hat dieser großartige „Polizeiruf“ nur wenig zu tun. Der mit lauter tollen Schauspielern aus Ostdeutschland umgesetzte Film ist vielmehr eine einprägsame Tragödie über verlorene Seelen im nächtlichen Halle – allen voran der neue „Polizeiruf“-Kommissar Koitzsch, auf dessen weiteren Einsätze man gespannt sein darf.
Insgesamt handelt es sich beim Halle-„Polizeiruf 110“ um einen exzellenten Krimi. Das bringt ihm vier von vier Pistolen ein: Gucken! Spricht am Montag jeder drüber.

„Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande“: Sendetermine und Mediathek

Die Sendetermine zum Halle-Krimi seht ihr hier im Überblick:
  • Sonntag, 30.05.2021 um 20:15 Uhr im Ersten
  • Sonntag, 30.05.2021 um 21:45 Uhr auf ONE
  • Montag, 31.05.2021 um 01:40 Uhr auf ONE
  • Dienstag, 01.06.2021 um 00:40 Uhr im Ersten
Der Krimi ist nach der Ausstrahlung sechs Monate lang in der Mediathek verfügbar. Zum Jubiläum bekommt der „Polizeiruf 110“ sogar einen eigenen Auftritt in der ARD-Mediathek, mit allen verfügbaren Videos zu den Folgen, die im Ersten und in den Dritten Programmen gesendet werden.

„Polizeiruf 110“ Jubiläum: Die Doku am 30.05.2021

Am selben Abend der Jubiläumsfolge zeigt „Das Erste“ um 23:35 Uhr eine 45-minütige Dokumentation über die wechselvolle Geschichte der Reihe: „Polizeiruf 110: Die Krimidokumentation“ von Matthias Göpfert schaut hinter die Kulissen des neuen „Polizeiruf 110“ aus Halle, spricht mit Peter Schneider sowie dem Drehbuchautor Clemens Meyer. Außerdem sind viele bekannte „Polizeiruf 110“-Protagonisten Teil der Doku, wie etwa Charly Hübner, Anneke Kim Sarnau, Claudia Michelsen, Maria Simon, Edgar Selge, Michaela May, Jaecki Schwarz, Ben Becker und Andreas Schmidt-Schaller.

„Polizeiruf 110“ Darsteller: Cordelia Wege, Peter Kurth und Co.

Zum Jubiläum der beliebten Krimi-Reihe gibt es ein neues Ermittlerteam. Wer die Darsteller des Halle-Krimis sind, erfahrt ihr hier.
Das ist die Besetzung in „An der Saale hellem Strande“ (Rolle – Schauspieler):
  • Henry Koitzsch – Peter Kurth
  • Michael Lehmann – Peter Schneider
  • Marina Schuster – Anita Vulesica
  • Maik Gerster – Till Wonka
  • Günther Born – Hermann Beyer
  • Katrin Sommer – Cordelia Wege
  • Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller
  • Olaf Berger – Sebastian Weber
  • Silke Berger – Tilla Kratochwil
  • Rainer – Thomas Gerber
  • Ralf Hirschberger – Harald Polzin
  • Traudel Born – Eva Weißenborn
  • Roman Schuster – Thomas Lawinky
  • Monika – Susanne Böwe
  • Alexandra Gerster – Hannah Ehrlichmann
  • Leni Gerster – Magdalene Zedelius
  • Bernd Brinkmann – Torsten Ranft
  • Uwe B. „Baude“ – Sven Reese
  • Markus – Atef Vogel