Fernsehpreis Dreikampf bei den Emmys: Netflix erstmals vor Fernsehsender

Die ersten Emmy Awards wurden bereits vergeben, die wichtigsten Preise aber stehen noch aus.
Die ersten Emmy Awards wurden bereits vergeben, die wichtigsten Preise aber stehen noch aus. © Foto: Chris Pizzello/Invision/AP
Los Angeles / Von Christian Fahrenbach, dpa/swp 18.09.2018

Die Verleihung der Emmy Awards ist kompliziert: In ganzen 122 Kategorien werden die wichtigsten TV-Auszeichnungen der Welt verliehen. Eine schwer überschaubare Mischung aus „Bestes Makeup Miniserie oder Fernsehfilm (ohne Prothesen)“ und „Herausragendes Produktionsdesign Geschichts- oder Fantasy-Serie über eine Stunde“.

Doch kaum ein Zuschauer, der am Montagabend die Veleihung aus Los Angeles einschaltet, wäre diese ewige Verleihungs-Litanei zumutbar. Deshalb sind die meisten dieser Preise schon vergeben worden.

Erstmals Internet-Streaminganbieter vorne

Vergangenes Wochenende gingen Samstag und Sonntag je eine Vorab-Zeremonie der „Creative Arts Emmy Awards“ über die Bühne, in der viele Verantwortliche hinter der Kamera ausgezeichnet wurden. Am Montagabend stehen damit noch die rund zwei Dutzend wichtigsten Kategorien aus.

Bei ihrer Bekanntgabe wird sich entscheiden, ob es zu einer Zeitenwende in der Branche kommt.

Zum ersten Mal hatte ein Internet-Streaminganbieter mehr Nominierungen als jeder Fernsehsender erhalten. Netflix kam bei der Bekanntgabe der möglichen Preisträger im Juli auf 112 Nennungen und hatte damit nach 17 Jahren an der Spitze den US-amerikanischen Pay-TV-Sender HBO auf Platz zwei verdrängt. NBC liegt mit 78 Nominierungen auf dem dritten Rang und ist damit der erfolgreichste frei empfangbare Sender. Aktuell ist das Rennen knapp: 17 Auszeichnungen gab es bereits für HBO, 16 für Netflix und 15 für NBC.

Während diese Zahlen vor allem für die Branche wichtig sind, schauen die meisten Zuschauer darauf, wie ihre Lieblingsserie abschneidet. Auch hier spiegelt sich der Dreikampf zwischen Internet, Kabelanbietern und traditionellem TV wider. Bei den Dramaserien sind „Game of Thrones“ und „Westworld“ von HBO sowie „The Handmaid's Tale“ beim US-Streamingdienst Hulu die meistvorgeschlagenen Serien. Nach herausragenden Kritiken und der aktuellen politischen Bezüge gilt vor allem diese Reihe als großer Favorit. Sie war auch im Vorjahr bereits ausgezeichnet worden. Als Außenseiter hoffen auch „The Americans“, „The Crown“, „Stranger Things“ und „This is Us“ auf den wichtigsten Preis des Abend.

Auch die Deutschen haben einen Grund zu feiern

Im zweiten wichtigen Bereich führt Donald Glovers vielschichtige Schwarzen-Dramedy „Atlanta“ bei den Comedy-Kategorien mit 16 Nominierungen das Feld an. Die Amazon-Serie „The Marvelous Mrs. Maisel“ gilt als starke Konkurrenz und erhielt 14 Nominierungen. Außerdem sind hier „Barry“, „black-ish“, „Curb Your Enthusiasm“, „Glow“, „Silicon Valley“ und „Unbreakable Kimmy Schmidt“ nominiert. In den Fernsehkategorien ragt wie immer die Sketch-Show „Saturday Night Live“ mit 21 Nominierungen hervor.

Aus deutscher Sicht gab es schon am ersten Abend der ersten Preisverleihungen Grund zu feiern: Der gebürtige Münchner Mathias Herndl gewann für „Genius: Picasso“ beim Sender National Geographic den Emmy in der Kategorie „Beste Kamera Miniserie/Fernsehfilm“. Bei den fiktionalen Mini-Serie macht sich auch noch „The Alienist“ mit Daniel Brühl Hoffnungen auf die Auszeichnung. Der Darsteller selbst ging allerdings bei den Nominierungen leer aus.

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