Luzern / Martin Weber  Uhr
Hölzern und hanebüchen: Die „Tatort“-Saison endet mit einem völlig missratenen Krimi aus der Schweiz

Die Krimis mit dem Luzerner Ermittlergespann Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Meyer) zählen fast immer zu den schwächeren der „Tatort“-Reihe, doch die beiden werden ja bald von einem neuen Team aus der Schweiz abgelöst.

Schwaches Ende der „Tatort“-Saison

Wie dringend nötig das ist, zeigt der neue Fall mit Flückiger und Ritschard, der zu den schlechtesten Sonntagskrimis seit Längerem zählt. Ausgerechnet mit diesem missglückten Film, der dem Zuschauer eine völlig hanebüchene Geschichte auftischt und wegen der hölzernen Inszenierung über weite Strecken wie amateurhaftes Bauerntheater anmutet, verabschiedet sich die beliebte Reihe in die Sommerpause: Kein guter Abschluss für eine Saison, die einige Höhepunkte und auch ein paar Tiefpunkte hatte, zu denen leider auch der Krimi „Tatort: Ausgezählt“ am Sonntag (16. Juni) gehört.

Schweiz-„Tatort“: Darum geht es

Das „Tatort“-Trauerspiel beginnt mit einer Entführung: Weil eine ihrer mit Aufputschmitteln vollgepumpten Gegnerinnen im Ring einen tödlichen Herzinfarkt erlitten hat, beschließt die ebenfalls gedopte Boxerin Martina Oberholzer (Tabea Buser), sofort mit dem Dopen aufzuhören. Das passt wiederum ihrem korrupten Manager Sven Brügger (Urs Humbel) nicht, der seine Boxerin kurzerhand entführt und in ein Kellerverlies sperrt. Kurz darauf wird Brügger erschossen, und Martinas Onkel Heinz Oberholzer (Peter Jecklin), einst der Ausbilder von Kommissarin Liz Ritschard, bekennt sich zu der Tat. Da der böse Manager tot ist und deshalb niemand weiß, wo die Boxerin eingesperrt ist, wird der des Mordes verdächtige Ex-Polizist Oberholzer undercover ins Gefängnis eingeschleust, wo er vom einsitzenden Chef des Dopingrings an Informationen über den Aufenthaltsort seiner Nichte herankommen will. Die junge Frau gerät derweil immer mehr unter Druck, denn sie hat in ihrem Verlies nichts zu trinken und verliert überdies wegen der jahrelang konsumierten Aufputschmittel zu viel Flüssigkeit.

Für die beiden Kommissare und Martinas in den Knast eingeschleusten Onkel beginnt in diesem an den Haaren herbeigezogenen Plot der vielzitierte Wettlauf gegen die Zeit – wieviel davon noch übrig ist, ist praktischerweise auf Live-Videobildern aus dem Verlies, die der Polizei und dem überraschten Zuschauer zur Verfügung stehen, eingeblendet.

Lohnt sich das Einschalten?

Unser Fazit zum „Tatort“ aus der Schweiz: Lieber nochmal mit dem Hund raus.
© Foto: SWP Montage/dpa

Fast noch schlimmer als die unglaubwürdige Story sind aber die wie aufgesagt klingenden Dialoge, mit denen sich die Schauspieler durch die Handlung quälen – mit natürlichen Gesprächen hat das nichts zu tun, da rascheln die Blätter des Drehbuchs jeden Moment.

Schade, die „Tatort“-Saison hätte einen besseren Abschluss als diesen völlig missratenen Krimi aus dem schönen Luzern verdient gehabt.

Die Bewertung:

1 Pistole: Lieber nochmal mit dem Hund raus.
2 Pistolen: Puh! Eher was für echte Fans.
3 Pistolen: Kann man nichts falsch machen.
4 Pistolen: Gucken! Spricht am Montag jeder drüber.

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