Köln / Martin Weber  Uhr
Im neuen „Tatort“ aus Köln bekommt es Kommissar Ballauf mit den eigenen Kollegen zu tun. Lohnt sich das Einschalten?

Ein Einsatz wegen nächtlicher Ruhestörung kann tödlich sein: Kam vor kurzem in einem „Tatort“ aus Berlin eine Streifenbeamtin ums Leben, die mit ihren Kollegen zu einer Wohnung mit zu lauter Musik gerufen wurde, ist diesmal ein Schutzpolizist aus Köln der Leidtragende.

Köln-“Tatort“: Darum geht es

Frank Schneider wird im Wohnzimmer eines Einfamilienhauses mit einem Schürhaken zu Tode geprügelt, seine Kollegin Melanie Sommer (Anna Brüggemann) überlebt den brutalen Angriff mit schweren Verletzungen und hat zum Leidwesen der Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) erhebliche Erinnerungslücken. Also befragen die beiden erfahrenen Ermittler im Krimi „Tatort: Kaputt“, der wegen der Feiertage erst am Montag um 20.15 Uhr im Ersten läuft, den Eigentümer des Hauses, das normalerweise leer steht.

„Tatort: Kaputt“: Hanebüchene Rachestory

Dieser Immobilienbesitzer und Sternekoch in einer Person, ein Macher namens Thomas Theissen (Ronny Miersch), führt die beiden auf die Spur seines drogenabhängigen Bruders Ben (Hauke Diekamp), der einen Schlüssel zu dem Anwesen hat. Der junge Mann wird in diesem durchwachsenen „Tatort“ aus Köln schnell zum Hauptverdächtigen, doch als er kurz darauf selber ermordet aufgefunden wird, werden die Karten völlig neu gemischt. Dummerweise sind den Machern dieses Krimis dabei aber ein paar Trümpfe aus der Hand gefallen, so dass dem verblüfften Zuschauer schließlich eine hanebüchene Rachestory aufgetischt wird, die mehr Löcher hat als ein Spätzlesieb.     

Ballauf und Schenk stehen unter Druck

Weil die Boulevardpresse aus dem brutalen Polizistenmord im leerstehenden Einfamilienhaus eine gigantische Sensationsstory macht, stehen Ballauf und Schenk unter gewaltigem Druck, der sich bei jedem von ihnen anders auswirkt. Der Gerechtigkeitsfanatiker Ballauf glaubt, dass die Polizei Dreck am Stecken hat und nimmt vor allem den sich bei jeder Gelegenheit als Law-and-Order-Mann gebärdenden Dienststellenleiter Bernd Schäfer (Götz Schubert) ins Visier, der den ermordeten Polizisten nicht leiden konnte, weil der schwul war und auch noch ein Verhältnis mit einem Kollegen hatte. Schenk dagegen bewahrt einen kühlen Kopf und mahnt seinen aufbrausenden Kollegen Ballauf, der sich mit dem halben Polizeipräsidium anlegt, zur Objektivität.

Lohnt sich das Einschalten?

Unser Fazit zum „Tatort“ aus Köln: Puh! Eher was für echte Fans.
© Foto: Collage

Als dann ein toter Junkie gefunden wird, der möglicherweise an der Ermordung des Polizisten beteiligt war, wissen die beiden Ermittler, dass sie den komplizierten Fall klären müssen, bevor es nach immerhin schon drei Toten in diesem nur mäßigen „Tatort“ noch mehr Opfer gibt. Und als sich überdies auch noch herausstellt, dass ein lange zurückliegender Autounfall, bei dem zwei Menschen starben, eine Rolle spielen könnte, wird die ganze Sache komplett unübersichtlich – und leider immer unglaubwürdiger.

Die Bewertung:

1 Pistole: Lieber nochmal mit dem Hund raus.
2 Pistolen: Puh! Eher was für echte Fans.
3 Pistolen: Kann man nichts falsch machen.
4 Pistolen: Gucken! Spricht am Montag jeder drüber.

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