Festival Jerusalem Baroque Orchestra im Stadthaus

Ulm / Burkhard Schäfer 01.10.2018

„Musik von Händel und jüdischen Komponisten der Barockzeit“ ist das Konzert überschrieben, welches das Jerusalem Baroque-Orchestra unter seinem Leiter David Shemer am Samstag zum Auftakt des Festivals „Jerusalem – Musik von der Renaissance bis zur Frühromantik“ im Stadthaus spielt. Der Titel hätte auch lauten können: Musik von jüdischen Komponisten und Händel. Die Barockmeister Pinkasei Chazanim, Louis Saladin, Christiano Giuseppe Lidarti und ein anonymer Tonsetzer stehen vor der Pause buchstäblich an erster Stelle. Und sie sind die Entdeckung, ja Sensation des Abends.

Dass diese Werke, allen voran „Kol Haneshama“ (Psalm 150) von Lidarti, derart begeisterten, lag vor allem an einer Person: der charismatischen Sopranistin Keren Motseri. Nicht nur die Halleluja-Koloratur aus diesem Psalm sang sie mit derartiger Leidenschaft und Perfektion, dass es die Zuhörer zu lauten Bravorufen hinriss. Nach der Pause beim Programmpunkt Händel spielte das Orchester zunächst die „Esther“-Ouvertüre zum gleichnamigen Oratorium und legte dann eine rasante Interpretation seines Concerto Grosso in F-Dur hin. Die Sopranistin aber war der unangefochtene Star im „Gloria“. Nach dem finalen „Cum Sancto Spiritu“ gab es beim Publikum kein Halten mehr: Ovationen im Stehen und, zum Dank, das „Cum Sancto Spiritu“ noch einmal. Eine Offenbarung!

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel