Konzert Jazz zum Staunen

Langenau / Udo Eberl 05.10.2018

Sie sind ein skandinavisches Traum-Duo: Der finnische Pianist Iiro Rantala, zuletzt mit Marius Neset im Pfleghof, bot auch gemeinsam mit dem schwedischen Ausnahmegitarristen Ulf Wakenius starken Jazz – zum Mitsingen und -swingen, vor allem aber oftmals zum Staunen. „Good Stuff“ heißt das 2017 veröffentlichte Album der beiden, zu hören ist allerdings Erstklassiges. Und Langenau ist für Rantala eine kleine, feine Lieblingsadresse. So schob er das Konzert zwischen die Welturaufführung seiner komischen Oper „Pikaparantola“ an der Finnischen Nationaloper und einen Abend in der Elbphilharmonie Hamburg, der durch einen Termintausch der Langenauer möglich geworden war.

Knapp 150 Fans wollten das Ereignis sehen und die amüsanten Einwürfe des Finnen hören, und konnten mit den bestens aufgelegten Musikern gleich auf Städtereise gehen. Ins lebensfrohe „Helsinki“, das melancholische „Palma“, das süffig aufbereitete „Rome“ oder das vom Sachertorten-Genuss mit Oscar Peterson wie von Mozart inspirierte „Vienna“. Verspielte Unisono-Flüge, glänzend inszenierte Harmonieverschiebungen, rhythmische Raffinesse – und Virtuosität sowieso. Schwere Brocken leicht gemacht, Jazz zugänglich, bisweilen fast anschmiegsam. Dazu Erinnerungen und Interpretationen –  Esbjörn Svensson, John Coltrane, Charlie Parker oder Stevie Wonder. Ein Fest der Melodien mit einem Duett aus „Carmen“, am Ende auch eines mit „All You Need Is Love“, gesungen vom Publikum. Dazu ein Soul-Finale mit mächtig viel Groove – richtig gutes Zeug eben. 

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