Schauspieler Sascha Reimann sagt als dauerkiffender Pizza-Imbiss-Betreiber Hardy seit 2014 in der ZDF-Serie „Blockbustaz“ einprägsame Sätze wie „Ein Frosch ohne Humor ist auch nur’n kleiner grüner Haufen“. Bekannt wurde er aber Anfang der 1990er Jahre als Rapper unter dem Pseu­donym „Ferris MC“. Als „Ferris Hilton“ war der heute 45-Jährige zehn Jahre lang bis zu seinem Ausstieg vor wenigen Monaten einer der Frontmänner der HipHop-Formation Deichkind. Am Telefon erzählt der Hamburger, der jüngst Vater wurde, warum er beide Rollen gern spielt.

Wieviel Hardy steckt in Sascha?

Sascha Reimann: Weil ich die Rolle ja repräsentiere, steckt im Hardy eher was von mir als umgekehrt.

Wann gaben Sie den Hardy zuletzt?

Für die zwölf Folgen der zweiten Staffel, die 2018 zu sehen war, wurde im Sommer 2017 drei Monate lang gedreht.

Vor Ort in Köln oder im Studio?

Die erste Staffel entstand komplett in Köln-Chorweiler in runtergewanzten Wohnungen eines Plattenbaus. Für die zweite waren die Innenaufnahmen im Studio, das war angenehmer, und nur Außenaufnahmen am Plattenbau.

Wird es eine dritte Staffel geben?

Darüber wird gerade noch verhandelt. Wir vom Team haben alle Bock drauf und hoffen, dass bald das „Go“ vom ZDF kommt.

Im richtigen Leben haben Sie Eigenschaften und Gewohnheiten der Figur aber längst abgelegt, nicht?

Was das Kiffen angeht schon. Hardy ist natürlich schon älter und hängt in diesem Kreisel drin, wohingegen ich da relativ früh wieder rausgekommen bin.

Unter Ihrem Namen findet sich eine stattliche Film- und Diskographie . . .

Wenn man sich Mühe gibt und richtig guckt, ja.

. . . dabei galten Sie einst als Problemkind und Hasch-Freak?

Da ist schon viel passiert in meinem Leben, aber wir werden ja alle nicht jünger. Das sind für mich normale Lebensabschnitte. Die einen machen was draus, andere nicht. Ich war immer gewillt, etwas zu schaffen.

Dennoch spielen Sie etwa im „Tatort“ bislang Nebenrollen und sind in „Blockbustaz“ nur der Freund des Prota­gonisten „Sol“, den Eko Fresh gibt – warum keine Hauptrollen?

Momentan bin ich immer noch hie und da der Side-Kick oder der Gangster. Aber das ist ein gutes Warm-up. Wenn dann mal die große Rolle kommt, bin ich gewappnet und habe genügend Erfahrung gesammelt, um die entsprechend auszufüllen. Ich glaube, auf eine Hauptrolle hat jeder Bock, keiner will ständig kurz hinter den Komparsen kommen.

Im Eden sind Sie die Hauptperson.

Genau, allerdings als DJ.

Nicht als Sänger oder Rapper?

Ich stehe als normaler DJ an den Decks und spiele ein Electro-Set, wo ich auch eigene Sachen auflege, vielleicht sogar das eine oder andere Ding von Deichkind reinhaue. Aber es wird keine Bühnenshow geben. Und gerappt wird nicht. Deshalb heißt das ja auch „Ferris MC Soundsystem aka Ferris Hilton“.

Haben Sie den Ferris MC begraben?

Also, ich werde erst mal keine Rap-Alben mehr machen.

Aber der Schauspieler Sascha schließt den Ferris per se nicht aus?

Nein, für mich gehen Schauspielerei und Musik sehr gut Hand in Hand.

Info Suzi Pink Rocket und Ferris Hilton live im Cabaret Eden am Freitag, 23 Uhr.