Für Deutschlands Medienbranche ist es eine viel beachtete Premiere nach der Corona-Auszeit: Mit den Medientagen München findet in der nächsten Woche eine der traditionell größten Branchenkonferenzen erstmals wieder als echtes Treffen statt. Die Macher erwarten beim fünftägigen Hybrid-Marathon von Montag (25. Oktober) an rund 3000 Menschen vor Ort und parallel rund 7000 Teilnehmende im Netz. Das Motto: „New Perspectives - neue Perspektiven“.
„Das ist der richtige Mix zum jetzigen Zeitpunkt“, sagt Medientage-Chef Stefan Sutor über das Hybridkonzept. Im Vorjahr gab es den Branchentreff wie alle Kongresse lediglich online. Bayerns Staatsregierung erließ gerade noch rechtzeitig die 3G-Plus-Regel auch für Großveranstaltungen: Geimpft, genesen oder PCR-getestet - dann fallen Masken und Mindestabstand.
„Das ist der größte Mehrwert, den wir jetzt nach eineinhalb Jahren Pandemie bieten, dass man sich wieder treffen und austauschen kann. Das ist unser Versprechen“, sagt Sutor. Erstmals seit langem zogen die Medientage vom Messegelände am Rande der Stadt ins Isarforum mitten im Zentrum.
Welche Zukunft haben solche Branchentreffen in Nach-Pandemie-Zeiten? Als Hauptträgerin der Medientage will die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) ein Zeichen für Großveranstaltungen im modernen Mix setzen: „In Videokonferenzen gibt es meist keine richtige Debatte - gerade bei strittigen Themen“, sagt der seit Oktober amtierende BLM-Präsident Thorsten Schmiege. Networking und Diskussion seien nun noch wichtiger: „Die Stärke der Medientage ist, dass wir kontroverse Themen haben und eine sehr offene Debattenkultur pflegen.“