Ist das nicht ungerecht? Der eine macht die Arbeit, der andere erntet den Ruhm. So war das in den Frühtagen des Films, als die Skladanowskys zwar die Technik revolutionierten, die geschäftstüchtigen Gebrüder Lumière sich aber als die großen Erfinder feiern ließen. Ein ähnliches Problem hat jetzt der Franzose Robbie Barrat. Mit ausgetüftelten Befehlen brachte er seinen Computer dazu, mithilfe Künstlicher Intelligenz ganz erstaunliche Kunstwerke zu schaffen. Doch was zählt seine Pionierleistung, wenn andere den finanziellen Rahm abschöpfen?

378 000 Euro kassierte die Pariser Künstlergruppe „Obvious“ für das nach Barrats Prinzipien hergestellte Gemälde mit dem Titel „Edmond de Belamy“. Die  Züricher Hochschule der Künste will dem Phänomen „Robot Art“ nun mit einer Konferenz auf den Grund gehen und fragt: Wer ist eigentlich der geistige Urheber eines Werks der Künstlichen Intelligenz –  der Programmentwickler, der Anwender, oder am Ende gar der Computer selbst?

Allerdings: Sollte Letzterer Recht bekommen, ergeben sich viele Fragen: Wie will man dem Rechner sein Geld überweisen – hat er überhaupt ein eigenes Konto? Und was macht ein Computer mit so viel Geld – verdaddelt er es gleich wieder beim Online-Glücksspiel?

Es wäre nicht das erste Mal, dass der schnelle Erfolg einen Künstler aus der Bahn wirft.