#MeToo-Debatte Til Schweiger: Wir müssen Missbrauchsopfern zuhören

Til Schweiger setzt bei den Dreharbeiten zu seinem neuen Film Vertrauenspersonen ein. Foto: Gregor Fischer/Archiv
Til Schweiger setzt bei den Dreharbeiten zu seinem neuen Film Vertrauenspersonen ein. Foto: Gregor Fischer/Archiv © Foto: Gregor Fischer
Hamburg / DPA 01.02.2018

Schauspieler Til Schweiger (54) hat angekündigt, bei den Dreharbeiten zu seinem neuen Film zwei Vertrauenspersonen einzusetzen. An die könnten sich Crewmitglieder im Falle von sexuellen Belästigungen wenden.

„Jeder, dem so etwas widerfährt, ist sein Leben lang traumatisiert“, sagte Schweiger am Mittwochabend in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ über Opfer sexuellen Missbrauchs.

Der Produzent warb bei der Debatte um sexuelle Übergriffe in der Filmbranche für Verständnis, wenn sich Frauen erst Jahre nach solchen Taten öffnen. „Wir müssen sagen: 'Wir verstehen, warum ihr so lange gelitten habt und so lange nicht den Mut hattet'. Und nicht sagen: '20 Jahre hattet ihr die Chance und jetzt haltet die Klappe'“.

Mehrere Frauen werfen dem Regisseur Dieter Wedel (75) derzeit vor, sie während der gemeinsamen Arbeit sexuell belästigt und sogar vergewaltigt zu haben. Der Filmemacher („Der Schattenmann“) wies alle Anschuldigungen zurück. „Es wussten nicht alle in der Branche, dass er vergewaltigt haben soll. Man wusste aber, dass er ein Menschenquäler ist“, erklärte Schweiger.

Es gehe in vielen Fällen gar nicht um Sex, sondern um die Demonstration von Macht. „Leute, die ihre Macht demonstrieren und ausleben wollen, können nichts weniger leiden, als wenn sich jemand widersetzt. Deswegen wollen sie diesen Menschen brechen, verletzen und erniedrigen.“ Man müsse den Opfern zuhören, ihnen glauben und sie ermutigen.

Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen (72) warnte im Fall Wedel vor einer medialen Vorverurteilung und forderte Frauen auf, solche Taten frühzeitiger anzuzeigen, um sie juristisch besser aufklären zu können.

Markus Lanz

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