Leipzig / DPA  Uhr

Sie kamen mit dem Zug und schüttelten viele Hände: Prinz Charles (70) und seine Frau Camilla (71) haben am Mittwoch Leipzig besucht. Ob er nicht in der Schule sein müsse, fragte der Prinz einen Jugendlichen auf dem Marktplatz. Einer Passantin sagte er auf Deutsch: „Mein Deutsch ist schlecht.“

Camilla schüttelte die meiste Zeit getrennt von ihrem Mann Hände und winkte in die Menge. Viele Menschen gratulierten dem britischen Thronfolger zu seinem vierten Enkel. Der kleine Junge von seinem Sohn Prinz Harry und seiner Frau Meghan war unmittelbar vor dem Deutschlandbesuch am Montag zur Welt gekommen; am Mittwoch gab es die erste Bilder vom Nachwuchs.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) begrüßten den Prinz im blauen Anzug und seine Frau im hellblauen Kleid auf der zweiten Station ihres Deutschlandbesuches vor der Thomaskirche.

Nach einem Bad in der Menge sang der Thomanerchor für das Thronfolgerpaar. Prinz Charles und Herzogin Camilla zeigten sich begeistert nach dem Konzert in der Thomaskirche. „Die Kirche ist wundervoll, die Musik war fantastisch“, sagte Camilla. Von der Pfarrerin der Kirche bekam sie ein T-Shirt für den jüngsten Spross der Königsfamilie geschenkt.

Nach einem Gruß vom Balkon des alten Rathauses zusammen mit Kretschmer und Jung, der die Amtskette angelegt hatte, trugen sich Charles und Camilla ins Goldene Buch der Stadt Leipzig sowie in das Gästebuch des Freistaats Sachsen ein. Später wollten sie mit Jugendlichen aus Leipzig und der Partnerstadt Birmingham sprechen.

An einem weiteren geschichtsträchtigen Ort, der Nikolaikirche in Leipzig, wollte der Thronfolger mit drei früheren Bürgerrechtlern über die friedliche Revolution vor 30 Jahren sprechen. Die Nikolaikirche war ein Ausgangspunkt des Bürgerprotestes, der letztlich zum Zusammenbruch der DDR führte.

Nach Leipzig stand ein Besuch im Dessau-Wörlitzer Gartenreich auf dem Programm. Dort wollte der Biobauer und Umweltschützer Charles am Nachmittag einen Baum pflanzen. Zu seiner Begrüßung wurde Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erwartet.

Als großes Thema der Deutschlandreise gab der britische Botschafter in Berlin, Sebastian Wood, das Thema Nachhaltigkeit aus. Der Prinz von Wales und die Herzogin von Cornwall reisen im Auftrag der britischen Regierung. Offiziell geht es darum, „die Vielfalt und anhaltende Bedeutung der britisch-deutschen Beziehungen“ zum Ausdruck zu bringen.